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Basler Firmen sozialer als Zürcher

"Run" auf Teil

Basler Firmen ein wenig sozialer

"Run" auf Teil

Basel-Stadt und Zürich messen die Familienfreundlichkeit ihrer Unternehmen. Das Resultat ist gut, aber verbesserungswürdig: Basler Firmen sind minim besser als Zürcher.

Andreas Maurer

Hauchdünn liegt Basel vorne: Auf einer Skala von 0 bis 100 erzielt eine Stichprobe von 300 Basler Unternehmen für ihre Familienfreundlichkeit durchschnittlich 64,8 Punkte – 0,4 Punkte mehr als die Konkurrenz aus Zürich. Dort schneiden zudem mehr Unternehmen besonders gut oder besonders schlecht ab. «Basel-Stadt ist demzufolge ‹mittelmässiger› als Zürich», kommentiert Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin. Ein stabiles Mittelfeld sei wertvoller als ein weit gestreutes Spektrum. Beide Kantone befänden sich auf einem ansehnlichen Niveau. Trotzdem sieht er Handlungsbedarf: «Wir müssen die externe Kinderbetreuung weiter entwickeln.»

Generell stellt Brutschin fest, dass Männer von Massnahmen zu Vereinbarkeit von Beruf und Familie grundsätzlich gleich Gebrauch machen können wie Frauen. «Unternehmen fordern ihre männlichen Mitarbeitenden jedoch weniger gezielt auf, sowohl ihre beruflichen als auch ihre familiären Interessen wahrzunehmen», kritisiert er. Deshalb fordert er proaktives Handeln von den Arbeitgebenden.

Was Brutschin nicht sagt: Auch der Kanton Basel-Stadt als grösster Arbeitgeber könnte seine Familienfreundlichkeit für Männer verbessern. In Bern erhalten Kantonsmitarbeiter drei Wochen Vaterschaftsurlaub. Basel-Stadt gewährt hingegen wie viele andere Kantone nur eine Woche.

Mehr Frauen in Führungspositionen

Handlungsbedarf sieht der Wirtschaftsminister beim Anteil von Frauen in Führungspositionen. Dafür sprechen aus seiner Sicht vor allem wirtschaftliche Gründe: «Wir können es uns nicht leisten, auf gut ausgebildete Frauen – und Männer – zu verzichten, die wegen Schwierigkeiten mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ihre beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten nicht nutzen können.» Konkrete Massnahmen präsentierte er an der Pressekonferenz aber nicht. Dafür verwies er auf das im Legislaturplan verankerte Programm «Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel». Für die Wiederholung der Studie strebe Basel mindestens 80 Punkte an, sagt er.

Deutsche Uni erstellt Studie

Der Kanton Basel-Stadt konnte für die Finanzierung der Studie mit Zürich einen guten Deal aushandeln: Basel übernimmt mit 30000 Franken nur einen Drittel der Kosten; unter anderem wegen der kleineren Anzahl an Firmen. Die Studie wurde von der Universität Münster erstellt, weil diese auf das Benchmarking von Familienfreundlichkeit spezialisiert ist. Daher mache es keinen Sinn, das Rad in der Schweiz neu zu erfinden, hiess es.

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