Entschlossen und professionell: Fünf Minuten brauchten die acht schwer bewaffneten Täter am Montagabend bei ihrem Überfall auf eine Maschine der Helvetic Airways in Brüssel. Obwohl der Flughafen nur knapp 50 Kilometer von Antwerpen entfernt ist, das als Welthandelszentrum für Edelsteine gilt, zählt er nicht unbedingt zu den sichersten. 2005 wurden aus einem FedEx-Lager auf dem Gelände Diamanten entwendet, 2001 wurden Edelsteine aus einer Lufthansa-Maschine geraubt.

Tat auch in der Schweiz möglich

Die Sicherheit an Flughäfen ist international geregelt, die Umsetzung des Sicherheitskonzeptes obliegt aber den jeweiligen Behörden. Am Flughafen Zürich beispielsweise patrouilliert die Zürcher Kantonspolizei. Für die Sicherheit am EuroAirport Basel wiederum ist Frankreich zuständig, der Sprecher des Bundesamts für zivile Luftfahrt (BAZL), Urs Holderegger, hält fest, dass ein solcher Überfall auch in der Schweiz nicht ausgeschlossen werden kann. Detailinformationen zur Sicherheit will keine Stelle geben. Zu heikel sind das Thema und die betreffenden Konzepte.

Braucht Baselworld zusätzliche Vorkehrungen?

In zwei Monaten findet die Baselworld erstmals im neuen Messebau statt. Bereitet der Raub den Verantwortlichen schlaflose Nächte? «Wenn wir über etwas nicht kommunizieren, dann ist es die Sicherheit», sagt der Mediensprecher der Baselworld, Bernard Keller. «Weder Überwachungskameras und schon gar nicht über die Anlieferung der Wertgegenstände, führt Keller weiter aus. Der Aufbau der Stände dauere jeweils gegen drei Wochen und die Ausstellungsstücke werden erst während der letzten zwei Tage herangeschafft. Aber: «Über die Zusammenarbeit mit der Polizei und der Grenzwache kann ich keine Auskunft geben», sagt Keller.

Euroairport führt keine Valoren-Transporte durch

Spannend ist, dass der nächste Flughafen, der EuroAirport Basel, keine Valoren-Transporte durchführt. «Trotz vorhandener Infrastruktur haben wir dieses Geschäft nicht», sagt die Sprecherin des EuroAirports, Vivienne Gaskell. Für die Baselworld werden die Valoren wohl von Einzelpassagieren transportiert, welche das Risiko selbst in Kauf nehmen. Oder sonst über die Flughäfen von Genf und Zürich. Grundsätzlich sei es aber so, dass Valoren über den Luftweg transportiert werden.

Luftweg gängig für Edelsteine

Grundsätzlich gelten Valoren-Transporte per Luft als risikoarm. Einmal unterwegs kann fast nichts mehr passieren. Mögliche Schwachstelle ist das Be- und Entladen, obgleich auch dies als sicher gilt, da es sich bei Flughäfen um abgesperrte Gelände handelt. Holderegger nennt zwei Zahlen, welche die Bedeutung der Edelsteine im Lufttransport zeigen. Machten sie nur rund zwei Prozent des Gesamtgewichtes aus, erreichten sie beim Wert einen Anteil von circa 30 Prozent.