Herr Geiger, was haben Sie gedacht, als Sie vom Fall UBS gehört haben?

Geiger: Ich bin einfach nur erschrocken.

Glauben Sie, der 31-jährige Händler war ein Einzeltäter?

Ich kann es mir nicht vorstellen, dass nur er davon wusste. Der Mann hatte ja Mitarbeiter und Vorgesetzte.

Ein Angestellter verspekuliert 2 Milliarden. Geht das?

Nur wenn alle Kontrollsysteme komplett versagen. Es ging hier nicht um Kleinigkeiten, sondern um ein Viertel des Jahresgewinns.

Wer hätte Alarm schlagen sollen?

Die UBS hat mindestens fünf Kontrollebenen: die Vorgesetzten, technische Kontrollen, Revisionsstellen, unabhängige Risikokontrollen und das Whistleblower-Konzept. Es kann nicht sein, dass alle diese Mechanismen versagen.

Wer ist dafür verantwortlich?

Oswald Grübel ist der oberste Chef, er trägt die oberste Verantwortung.

Was bedeutet der Fall für die UBS?

Viel schlimmer als der finanzielle ist der Image-Schaden. Man hat angenommen, dass so etwas bei der UBS nicht mehr passieren kann. Politisch ist das kaum messbar. Er liefert jenen zusätzliche Munition, die eine Abspaltung des Investmentbankings fordern.

Zu Recht?

Ich bin schon lange der Meinung, dass die Investmentbank und die Privatbank nicht unter ein Dach gehören.