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Nach den milliardenschweren Fehlinvestitionen: Die Bonität der Credit Suisse wird zurückgestuft

Greensill und Archegos haben Folgen: Die Ratingagentur Moody’s korrigiert ihre Einschätzung zur Schweizer Grossbank.

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Moody’s senkt das Rating für die Credit Suisse.

Moody’s senkt das Rating für die Credit Suisse.

Keystone

Die Credit Suisse kommt aus den Negativ-Schlagzeilen nicht heraus. Die beiden milliardenteuren Fehlinvestitionen – in den intransparenten Hedgefonds Archegos sowie in das Lieferkettenfinanzierungsvehikel Greensill – sorgen in regelmässigen Abständen für Unbill, auch gestern wieder, als die Kreditbewertungsagentur Moody’s die Bonität der langfristigen Schulden der Grossbank um eine Stufe zurückgestuft hat: von «Aa3» auf «A1».

Die neue Note bescheinigt den Credit-Suisse-Obligationen ein «geringes Risiko». Zuvor attestierte Moody’s diesen Papieren ein «sehr geringes Risiko». Der Ratingausblick ist «stabil», was keine baldige Veränderung der Note mehr erwarten lässt. Die Rückstufung kommt nicht überraschend. Trotzdem drückte sie leicht auf den Aktienkurs.

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Der Entscheid hat mehrere Gründe, wie Moody’s in einer Medienmitteilung festhält. Da ist etwa die materielle Seite, hat doch der hohe Kapitalbedarf im Nachgang zu Archegos und Greensill dazu geführt, dass die Fähigkeit der Credit Suisse reduziert wurde, unerwartete Verluste aufzufangen.

Zudem hätten die beiden Investitionen ein unzureichende Risikobewusstsein und mangelnde Kontrollprozesse offenbart. Weitere Negativpunkte sind drohende Rechtsstreitigkeiten, aufsichtsrechtliche Bussgelder sowie ein Reputationsschaden, der wiederum zu Abgängen von Kunden führen könnte.

Die Ratingagentur Moody’s rechnet zwar damit, dass die Credit Suisse ihr Risikomanagement und ihre Kontrollmechanismen anpassen wird, doch das «Ausmass und die Effektivität» der ergriffenen Massnahmen «wird für eine bestimmte Zeit unsicher bleiben». Zudem binden die Aufarbeitung und Lösung solcher Fälle einen «signifikanten Anteil» der auch personellen Ressourcen einer Bank.

Die Rückstufung der CS ist Teil einer Evaluation des ganzen Schweizer Bankensektors. Die Raiffeisen-Gruppe darf sich freuen. Ihr gewährt die Ratingagentur einen verbesserten Ausblick von «stabil» auf «positiv». (dz/fv)

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