Bahnverkehr
Nachtzug nach Rom verspätet sich: Die Einführung ist im nächsten Jahr nicht möglich

Zuletzt wurde spekuliert, dass im Frühling 2022 der erste Nachtzug seit 2009 von Zürich nach Rom rollen könnte. Daraus wird nun nichts. Im nächsten Jahr ist mit der Einführung der Verbindung noch nicht zu rechnen.

Ruben Schönenberger
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Über Nacht von Zürich nach Rom: 2022 wird das noch nicht möglich sein.

Über Nacht von Zürich nach Rom: 2022 wird das noch nicht möglich sein.

Bild: Leandre Duggan/Keystone

Die SBB wollen in naher Zukunft wieder über Nacht von Zürich nach Rom fahren. Die Strecke ist eine der im Zielbild für 2024 genannten Verbindungen, mit denen das Bahnunternehmen das wiedererwachte Interesse an Nachtzügen bedienen will.

Derzeit sind sechs Länder mit Nachtzügen aus der Schweiz erschlossen, bis 2024 sollen drei weitere dazukommen (zur Übersicht über das Nachtzugnetz).

Finanzierung und Streckenverlauf noch offen

Noch vor wenigen Wochen schien die Einführung des Nachtzugs nach Rom in greifbarer Nähe. Noch Ende Mai sagte eine SBB-Sprecherin in der «Schweiz am Wochenende»: «Wir rechnen mit der Inbetriebnahme der Verbindung frühestens im Frühling 2022.» Doch nun verzögert sich der Start, wie der SBB-Mediensprecher Olivier Dischoe auf Anfrage sagt:

«Für 2022 ist die Einführung eines Nachtzuges nach Rom nicht möglich.»

Als Grund gibt Dischoe ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren an. Zum einen müsse nach dem Nein zum CO2-Gesetz die Finanzierung neu analysiert werden. Bei einer Annahme des Gesetzes wäre ein Klimafonds entstanden, der unter anderem zur Finanzierung von Nachtzugverbindungen hätte eingesetzt werden können. Das ist nun nicht mehr möglich.

Zum anderen entstehen Verbindungen ins Ausland in Kooperation mit Partnerunternehmen, im Falle Roms mit Trenitalia. Diese Absprachen seien noch nicht abgeschlossen. Und schliesslich sei auch der Streckenverlauf noch nicht festgelegt.

SBB bekennt sich weiterhin zu mehr Nachtzügen

Über den Streckenverlauf wurde in Online-Foren allerdings schon diskutiert. Es wird vermutet, dass der Zug dem tyrrhenischen Meer entlang via Genua, Pisa und Livorno verkehren könnte.

Wann die Einführung nun stattfinden soll und wie der Streckenverlauf konkret aussehen wird, ist gemäss Dischoe noch nicht geklärt. Am Zielbild 2024 wolle man aber festhalten. Am Bekenntnis habe sich zudem nichts geändert. Schliesslich existiere auch die Nachfrage und eine entsprechende Erwartungshaltung an die SBB.

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