Bagger

Bagger schütten Plattformen

Die ersten Oberkanten des Maschinenhauses werden betoniert, der fahrbare Kran (rechts oben) ist bereits installiert

Kraftwerk

Die ersten Oberkanten des Maschinenhauses werden betoniert, der fahrbare Kran (rechts oben) ist bereits installiert

Die Maschinen des neuen Kraftwerks müssen optimale Leistungen bringen, was einen möglichst hohen Niveau-Unterschied zwischen Ober- und Unterwasser erfordert. Weil die natürlichen Gegebenheiten fehlen, muss technisch nachgeholfen werden. Dies bedeutet, dass flussabwärts nach dem Maschinenhaus das Rheinbett auf knapp zwei Kilometer Länge vertieft wird.

Die Schotterpiste führt mitten durch den Rhein, zusammengepresst und teils ausgefurcht von wuchtigen Reifen riesiger Lastwagen, die Steinmassen abtransportieren. Flussabwärts nach dem Eisensteg schäumen auf der rechten Seite kraftvolle Wellen, links ist die Wasserfläche ruhig, fast spiegelblank. Dieser Damm ist «kompakt geschüttet», versichert Projektleiter Helmut Reif. «Die Unterwasser-Eintiefung läuft auf Hochtouren.»

Bis auf Stadtparkhöhe sind die Dammbauer schon angelangt. Wenn mans weiss, ist das System relativ einfach: Die Bagger schütten mit Teilen des Aushubmaterials fortlaufend ihre eigenen Arbeitsplattformen und trennen mit dem Damm ihren Aktionsbereich von den reissenden Fluten. Das erspart teuere Spundwände oder Pontons.

In einem Zwei-Schichtenbetrieb ist werktags zwischen 7 und 20 Uhr bohren und baggern angesagt. Dann dröhnen Motoren und qualmen Auspuffe. Die Bautrupps finden einen kompakten Felsen vor, den die GPS-gesteuerten Bagger mit stählernen Meisseln in bis zu fünf Meter Tiefe knacken, um dann später mit Riesenschaufeln das vom Wasser triefende Material aus dem Flussbett herauszuholen. Laut Planung ist der Aushubkanal etwa 1,8 Kilometer lang und fast 100 Meter breit.

Nur Angst vor Hochwasser

Droht in späteren Jahren keine Verlandung in diesem neuen Rheinprofil? Projektleiter Reif macht sich diesbezüglich keine Sorgen. «Die starke Strömung verhindert Sedimentabsetzungen.» Ihn plagt aktuell eher etwas anderes, denn Hochwasser bleibt für ihn ein Gefahrenpunkt: «Stellen Sie sich vor, wir müssten die ganze Baugrube für das Maschinenhaus fluten und die Dämme hier würden weggerissen. Wir kämen mit dem Zeitplan ins Hintertreffen, ganz zu schweigen von den immensen Kosten.

Reif glaubt einfach, dass Petrus den Kraftwerkbauern wohlgesonnen ist, zumal ja noch neue Sicherungsinstallationen wie massivere Zusatzverankerung der Spundwände ausgeführt wurden. «Eigentlich dürfte nichts mehr passieren, wir hoffen halt auf langsames Abtauen des Schnees in den Alpen.» Die Baugrube für das Maschinenhaus wurde nun so gesichert, dass durchaus 4800 Kubikmeter Wasser pro Sekunden heranströmen könnten. «Beim Jahrhunderthochwasser 1999 führte der Rhein 4600 Kubikmeter pro Sekunde», erinnert sich Reif.

Maschinenhaus wächst empor

Der strenge Winter machte das Schaffen auf der Kraftwerkbaustelle nicht einfach, doch konnten die Trupps bis minus 5 Grad problemlos betonieren. Im Februar waren von den für den Maschinenhauskomplex vorgesehenen 120 000 Kubikmeter Beton bereits 65 000 verarbeitet. Um in den mächtigen Saugrohren mit den technischen Komponenten Turbine, Laufrad, Welle, Generator, die künftig unter Wasser liegen, optimale Strömungsverhältnisse zu haben, muss nicht nur der Beton höchste Qualitätsansprüche erfüllen. Enorm wichtig ist auch die Schalungsarbeit durch erfahrene Zimmerleute, die schier unendlich viel Holz verbauen, um glatte Rundungen für Beton im Bereich der Saugrohre hinzubekommen.

Am hydraulischen Modell

Sauberstes Betonieren verlangte auch der Trennpfeiler, der in Verlängerung zum Stauwehr steht und dafür sorgt, dass optimale Anströmungsverhältnisse des Wassers in Richtung Maschinenhaus und somit Laufräder herrschen. «Wir haben das an der Uni Karlsruhe am hydraulischen Modell getestet, so etwas lässt sich nicht nur rein mathematisch berechnen», verdeutlicht Projektleiter Reif. «Zweieinhalb Jahre lang haben wir An- und Abströmungen probiert und analysiert.»

Meistgesehen

Artboard 1