Zum Welternährungstag und dem "Tag der Bäuerin" an der Olma luden das Hilfswerk Swissaid und der Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) zum Podium ein. Die ausländischen Teilnehmerinnen hatten zuvor während zehn Tagen Bauernhöfe in der ganzen Schweiz besucht.

Vor mehreren hundert Zuhörerinnen zeigten sie sich beeindruckt von der Organisation der Schweizer Bauern und lobten die staatlichen Direktzahlungen an die Landwirtschaftsbetriebe. Die tschadische Bäuerin Dorcas Ndigueroim fand, in ihrem Land tue der Staat zu wenig für die Familien-Landwirtschaft "und vor allem für uns Frauen".

Beim Besuch in der Schweiz habe sie gelernt, dass dies - neben innovativen Vermarktungsideen - ein wichtiger Erfolgsfaktor sei, sagte Ndigueroim , die mit ihrer neunköpfigen Familie einen Hof von zwei Hektaren führt. Sie arbeite von 4 Uhr früh bis abends um 22 Uhr, erzählte die Bäuerin.

Bäuerinnen als Rückgrat der Produktion

Laut Swissaid produzieren weltweit 500 Millionen bäuerliche Familienbetriebe mehr als die Hälfte der Nahrungsmittel. Das Rückgrat dieser Betriebe seien fast immer Frauen, auf deren Schultern ein grosser Teil der Arbeit laste. Trotzdem seien in Entwicklungsländern kaum ein Fünftel der Bauernbetriebe im Besitz der Frauen.

Diese hätten auch weniger Zugang zu Krediten und zur Bildung. "Wir müssen uns stärker zusammenschliessen und gemeinsam für unsere Rechte kämpfen", sagte die kolumbianische Bäuerin Yaini Contreras. Und Lar Mya Mee aus Myanmar betonte, wie wichtig für sie eine gute Ausbildung ihrer Kinder sei.

Mehr Frauen-Power in der Landwirtschaft forderte auch Caroline Morel, Geschäftsführerin des Hilfswerks Swissaid, am Olma-Podium. Swissaid unterstützt Familienbetriebe in Entwicklungsländern und setzt sich für einen besseren Zugang der Bäuerinnen zu Land, Krediten und Bildung ein.