Ferien sind ein teurer Spass. Dazu tragen nicht nur Transport und Unterkunft bei. Auch die Nebenkosten müssen fürs Urlaubsbudget mitberücksichtigt werden. Eine Glace im lauschigen Strandcafé, die Flip-Flops zum Abendspaziergang am Meer oder das Schnorchel-Set für den explorativen Nachwuchs – das alles läppert sich und belastet den Geldbeutel. Der deutsche Automobil-Club ADAC hat deshalb die Probe aufs Exempel gemacht und die Nebenkosten in 50 europäischen Badeorten ermittelt.

Dies anhand eines Warenkorbs, der abbildet, was eine vierköpfige Familie in den Sommerferien so braucht: 34 typische in allen Ländern vergleichbare Produkte, von der Strandliege bis zur Sonnencrème. Im Testdurchschnitt kostet ein solcher Warenkorb 166.15 Euro.

Grösserer Posten als Hotelzimmer

Doch die Unterschiede sind riesig: Ganze 40 Euro oder fast ein Viertel mehr kosten die Produkte in Dänemärk, während in Bulgarien der Warenkorb lediglich mit gut 130 Euro zu Buche schlägt. Dies liegt vor allem an den günstigen Preisen für Speis und Trank. So kostet beispielsweise ein Abendessen in Sveti Konstatin – dem ältesten bulgarischen Kur- und Badeort – vier Euro.

Knapp die Hälfte wie im Testdurchschnitt. Das Dreifache dagegen zahlt, wer auf der dänischen Insel Fano zu Abendessen möchte: «Hier sollten Familien am besten einen Goldesel im Gepäck haben, um unbekümmert einen Snack oder eine Flasche Wein zu geniessen.» Allerdings muss hier einschränkend angemerkt werden, dass mit dem Preis noch nichts über die Qualität der Produkte und Dienstleistungen gesagt wird. Hier dürften sicherlich gewisse Unterschiede bestehen zwischen den teuersten Badeorten in Dänemark und den billigsten an Bulgariens Schwarzmeerküste.

Grosse Unterschiede bei einzelnen Produkten

Auch gibt es grosse Unterschiede zwischen einzelnen Produkten. Ein Beispiel: Kostet eine Strandliege an der Küste Istriens bloss zwei Euro, schlägt diese – auf der gegenüberliegenden Seite des Adriatischen Meer – im italienischen Cesenatico mit dem Zehnfachen zu Buche. Italien gehört denn auch zu den teureren Destinationen im Preisvergleich.

Die ADAC-Tester kommen zum Schluss: «Wer nicht jeden Cent umdrehen oder am Ende eine böse Überraschung erleben will, sollte sich vorher gut überlegen, wo er hinfährt. Denn nicht selten belasten die Nebenkosten die Urlaubskasse stärker als die Pauschalbuchung im Hotel.»