AZ Medien
AZ Medien beschaffen neue Druckmaschine für 20 Millionen

Das Aargauer Unternehmen glaubt an den Zeitungsdruck und will zusätzliche externe Aufträge gewinnen. Die bestehende Druckmaschine wird deshalb in den kommenden Monaten ersetzt. Ab 2015 wird der Zeitungsdruck in Aarau konzentriert.

Marc Fischer
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Das Projektteam zur Beschaffung einer neuen Druckmaschine: Roland Tschudi (CFO AZ Medien AG, rechts) und Urs Binkert (Geschäftsleiter Mittelland Zeitungsdruck AG). Emanuel Freudiger

Das Projektteam zur Beschaffung einer neuen Druckmaschine: Roland Tschudi (CFO AZ Medien AG, rechts) und Urs Binkert (Geschäftsleiter Mittelland Zeitungsdruck AG). Emanuel Freudiger

Das Medienunternehmen AZ Medien (das auch die «Nordwestschweiz» herausgibt) kauft eine neue Zeitungsdruckmaschine und konzentriert den Zeitungsdruck ab 2015 in Aarau. Zu diesem Zweck wird die ältere der beiden in Aarau betriebenen Druckmaschinen abgebaut und durch eine neue Anlage ersetzt. Die Verträge mit dem Würzburger Druckmaschinen-Hersteller König & Bauer wurden Mitte August unterzeichnet.

«Ab August 2014 wird die neue Druckmaschine den Testbetrieb aufnehmen, ab Oktober soll sie im operativen Geschäft vollständig eingesetzt werden», sagt Urs Binkert, Geschäftsführer der Mittelland Zeitungsdruck AG, der Drucksparte der AZ-Medien. Das Unternehmen und die Zeitungsleser profitieren beide. «Die neue Maschine druckt effizienter und in einer besseren Qualität», so Binkert.

Kleine Zeitungsdrucker habens zunehmend schwer

Gemäss der letzten eidgenössischen Betriebszählung gab es 2008 in der Schweiz 51 Zeitungsdruckereien. Die Zahlen für 2009 bis 2012 werden im kommenden Oktober veröffentlicht. Experten schätzen, dass die Zahl der Zeitungsdruckereien um 5 bis 10 Prozent gesunken ist. Denn die Drucklandschaft Schweiz leidet an Überkapazitäten. Viele Betriebe halten dem Margendruck nicht stand. Wie die Zeitungsdruck Schaffhausen AG, die Ende 2013 schliessen muss. Zudem sind die Grossbetriebe auf zusätzliche Aufträge angewiesen, um überleben zu können. Deshalb schnappen sie sich Aufträge von kleineren Konkurrenten, wie die NZZ von der Zeitungsdruck Schaffhausen AG oder wie Tamedia von der Winterthurer Ziegler Druck AG. Experten gehen deshalb davon aus, dass es in ein paar Jahren nur noch sechs bis sieben Grossdruckereien geben wird. (FHM)

Derendingen nicht betroffen

Heute drucken die AZ Medien auf drei Maschinen. Zwei stehen in Aarau, eine in Subingen SO. Künftig werden Zeitungen bei AZ Medien nur noch in Aarau gedruckt. Der Druckstandort Subingen, wo derzeit 35 Mitarbeiter arbeiten, wird 2015 geschlossen. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Maschine wird in Subingen gemäss Binkert wie bisher produziert. Von der Reorganisation nicht betroffen ist die Vogt-Schild Druck AG in Derendingen, wo AZ Medien die eigenen Zeitschriften produziert und Akzidenzaufträge gedruckt werden.

Wie viele Mitarbeiter von der Schliessung bei der Mittelland Zeitungsdruck betroffen sein werden, kann man heute noch nicht genau sagen. «Das hängt auch von der künftigen Auslastung des Druckstandorts in Aarau ab», sagt Roland Tschudi, Finanzchef der AZ Medien. Im kommenden Jahr werde man sich um die Druckaufträge der beiden Grossverteiler Coop und Migros bewerben.

«Wenn wir genügend neue Aufträge erhalten, können wir allen bisherigen Mitarbeitern eine Anstellung in Aarau anbieten und müssen wahrscheinlich zusätzliches Personal einstellen», so Tschudi. Ohne neue Drittaufträge würde dagegen ein schrittweiser Personalabbau in der Drucksparte unumgänglich sein. Die Mitarbeiter sind über die Optionen bereits informiert worden.

Hartes Konkurrenzumfeld

Die Zeitungen der beiden Detailhändler sind gemessen an den Auflagen von 2,5 Millionen (Coop) und 2,1 Millionen (Migros) Exemplaren die grössten Printtitel der Schweiz. Der Kampf um diese Druckaufträge wird von Tamedia, NZZ, Ringier und den AZ Medien entsprechend hart geführt.

Die Mandate sind allerdings so gross, dass kein Schweizer Druckunternehmen sie im Alleingang bewältigen kann. Die neue Druckmaschine der AZ Medien wird eine Druckkapazität von rund 500 000 Exemplaren mit einem Umfang von bis zu 160 Tabloid-Seiten pro Tag für einen Detailhändler zur Verfügung stellen können.

Die «Basler Zeitung» («BaZ») ist ins Schlingern geraten, nachdem sie 2010 Teilauflagen von Coop an andere Zeitungsdruckereien in der Schweiz verloren hatte. Die Druckerei wurde im April geschlossen und die «BaZ» wird neu in Zürich gedruckt. «Wir führten Gespräche in Basel über einen möglichen Kauf der Druckmaschine, sie brachten uns aber nicht weit», sagt Tschudi.

Kostenführerschaft in der Schweiz

In Aarau wird man sich weiterhin um neue Aufträge von lokalen Anzeigern und kleineren Regionalzeitungen bemühen. «Es gibt in der Schweiz hohe Überkapazitäten, die die Schliessung von Druckereien und die Verlagerung von Druckaufträgen zur Folge haben werden», so Tschudi. Die AZ Medien können davon profitieren, weil sie mit der neuen Druckmaschine sämtliche Zeitungsprodukte anbieten und neue Aufträge akquirieren könne. «Wir wollen die Kostenführerschaft in der Schweiz behalten», so Tschudi.

Die sechs Titel des Zeitungsverbunds «Die Nordwestschweiz», die Grossauflagen sowie die «Schweiz am Sonntag» und alle zehn Anzeiger, die die AZ Medien herausgeben, werden wie bisher im eigenen Haus gedruckt. «Wir glauben an das gedruckte Produkt», so Tschudi.

Die Anschaffung der Druckmaschine macht auch Investitionen in eine dritte Versandlinie für die Verpackung und Spedition der Zeitungen in Aarau nötig. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf rund 20 Millionen Franken. Sie werden ohne Bankkredite aus den Barbeständen des Unternehmens bezahlt. Geld ist vorhanden: Ende 2012 beliefen sich die flüssigen Mittel und Wertschriften der AZ Medien auf 57 Millionen Franken.

Auf die Rentabilität der Gruppe hat die Investition keinen negativen Einfluss. «Wir werden die Gewinnmargen halten oder erhöhen können», sagt Tschudi. Durch die Konzentration in Aarau und durch Effizienzsteigerungen beim Herstellungsprozess würde sich der operative Cashflow um 2 bis 3 Millionen Franken im Jahr verbessern. «Die Transaktionen werden ergebnisneutral ausfallen und das Ergebnispotenzial liegt insgesamt auf der positiven Seite», so Tschudi.

Die neue Maschine: Modernste Regelsysteme Die AZ Medien AG kauft eine neue Zeitungsdruckmaschine. Dabei handelt es sich um eine Offset-Druckmaschine mit modernsten Regelsystemen und einem vollautomatischen Plattenwechslersystem. Die Maschine des Typs «Commander CT 4/2» verfügt über fünf Drucktürme und hat eine maximale Bandbreite von 1280 Millimetern. Druckaufträge können damit schneller und in einer besseren Qualität durchgeführt werden. Denn auch Umfangwechsel der Zeitungen von einer Produktion zur anderen sind in sehr kurzen Zeiten möglich. Hergestellt wird die neue Zeitungsdruckmaschine beim zweitgrössten Druckmaschinenhersteller der Welt, bei König & Bauer in Würzburg. Aufgrund der vorhandenen Überkapazitäten bei Druckmaschinen und der eingebrochenen Nachfrage sind die Preise in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. So liegt der Kaufpreis im unteren zweistelligen Millionenbereich und damit deutlich unter demjenigen des alten Modells, das man vor rund zehn Jahren gekauft hatte. Die alte Maschine wird für die Installation des neuen Apparats abgebaut und anschliessend verschrottet. Damit die neue Anlage betrieben werden kann, sind verschiedene Zusatzinvestitionen notwendig. So muss im Aarauer Druckzentrum der AZ Medien etwa die Klimaanlage ergänzt werden. Zudem müssen die Fertigung der Druckerplatten und die übergeordnete Leittechnik, von wo aus der Druckprozess gesteuert wird, auf den neuesten Stand gebracht werden, wie Roland Tschudi und Urs Binkert, die Projektverantwortlichen, im Gespräch ausführen. Weiter braucht es eine dritte Versandlinie im Druckgebäude für die Verpackung und Spedition der gedruckten Zeitungen. Insgesamt investieren die AZ Medien rund 20 Millionen Franken in die Konzentration ihrer Druckkapazitäten. Die Maschine wird per Lastwagen von Würzburg in die Schweiz transportiert. Der Einbau beginnt im Mai 2014, ab Oktober 2014 wird die vollständige Produktionsbereitschaft erreicht sein. (FHM)

Die neue Maschine: Modernste Regelsysteme Die AZ Medien AG kauft eine neue Zeitungsdruckmaschine. Dabei handelt es sich um eine Offset-Druckmaschine mit modernsten Regelsystemen und einem vollautomatischen Plattenwechslersystem. Die Maschine des Typs «Commander CT 4/2» verfügt über fünf Drucktürme und hat eine maximale Bandbreite von 1280 Millimetern. Druckaufträge können damit schneller und in einer besseren Qualität durchgeführt werden. Denn auch Umfangwechsel der Zeitungen von einer Produktion zur anderen sind in sehr kurzen Zeiten möglich. Hergestellt wird die neue Zeitungsdruckmaschine beim zweitgrössten Druckmaschinenhersteller der Welt, bei König & Bauer in Würzburg. Aufgrund der vorhandenen Überkapazitäten bei Druckmaschinen und der eingebrochenen Nachfrage sind die Preise in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. So liegt der Kaufpreis im unteren zweistelligen Millionenbereich und damit deutlich unter demjenigen des alten Modells, das man vor rund zehn Jahren gekauft hatte. Die alte Maschine wird für die Installation des neuen Apparats abgebaut und anschliessend verschrottet. Damit die neue Anlage betrieben werden kann, sind verschiedene Zusatzinvestitionen notwendig. So muss im Aarauer Druckzentrum der AZ Medien etwa die Klimaanlage ergänzt werden. Zudem müssen die Fertigung der Druckerplatten und die übergeordnete Leittechnik, von wo aus der Druckprozess gesteuert wird, auf den neuesten Stand gebracht werden, wie Roland Tschudi und Urs Binkert, die Projektverantwortlichen, im Gespräch ausführen. Weiter braucht es eine dritte Versandlinie im Druckgebäude für die Verpackung und Spedition der gedruckten Zeitungen. Insgesamt investieren die AZ Medien rund 20 Millionen Franken in die Konzentration ihrer Druckkapazitäten. Die Maschine wird per Lastwagen von Würzburg in die Schweiz transportiert. Der Einbau beginnt im Mai 2014, ab Oktober 2014 wird die vollständige Produktionsbereitschaft erreicht sein. (FHM)

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