Verfügungen der Regulierungsbehörde ElCom zur Verwendung der Auktionserlöse des Jahres 2009 sowie zum Wert der Übertragungsnetze hätten das Ergebnis gedrückt, teilte Axpo am Dienstag mit. Dagegen profitierte der Konzern, der den Nordostschweizer Kantonen gehört, vom Anstieg der Werte im eidgenössischen Fonds zur Stilllegung und Entsorgung der Kernkraftwerke.

Die Gesamtleistung des Konzerns wuchs durch höhere Umsätze aus Energiegeschäft und Netznutzung um 10 Prozent auf 3,663 Mrd. Franken. Beim Betriebsgewinn (EBIT) musste Axpo aber einen Rückgang um 11,9 Prozent auf 450 Mio. Fr. hinnehmen.

Stellenabbau in den kommenden Monaten

Zur Kostenreduktion hatte Axpo im Zuge der vollständigen Übernahme der Energiehändlerin EGL im Januar den Abbau von bis zu 140 Stellen angekündigt. Im ersten Semester 2011/12 (per Ende März) sank die Zahl der Vollzeitstellen von 4427 auf 4400. Im laufenden Geschäftsjahr sei nun der Abbau von rund 110 Vollzeitstellen geplant, teilte Axpo weiter mit.

In ihren Versorgungsgebieten in der Nordost- und Zentralschweiz konnte die Axpo den Absatz mit 11,724 Millionen Kilowattstunden konstant halten. Im Stromhandel stieg die Menge um 12,6 Prozent, während das Gasgeschäft leicht zurück ging. Das Ergebnis aus dem Energiehandel sei zwar von 44 Mio. auf 49 Mio. Fr. gestiegen, damit aber unbefriedigend geblieben, schreibt Axpo.

Keine Prognose möglich

Für das weitere Geschäftsjahr rechnet Axpo mit anhaltend ungünstigen Entwicklungen an den Energiemärkten. Hinzu komme die Unsicherheit wegen der Euro-Krise. Daher sei es nicht möglich, eine Ergebnisprognose abzugeben.

Auf die neue Energiestrategie des Bundes mit dem geplanten Atomausstieg hat Axpo mit einer Anpassung ihrer Strategie reagiert. Die Gruppe will Produktion und Beschaffung stärker diversifizieren. Zu den Projekten gehören neben dem Pumpspeicherwerk Limmern Windparkprojekte in Italien und in der Nordsee. Bei letzterem ist der geplante Netzanschluss auf Anfang 2013 aber gefährdet.

Erfolge zeige das Geothermie-Projekt in Taufkirchen in Deutschland. Die angebohrte Gesteinsschicht führe genügend heisses Wasser für die Produktion von Strom und Wärme. Axpo ist zu 35 Prozent an dem Projekt beteiligt und will das gewonnene Können für eigene Geothermie-Projekte in der Schweiz nutzen. Bei anderen Projekten waren aber Probleme aufgetreten, so kam es in Basel zu Erdbeben.

Investitionen in Beznau

Auch in das Kernkraftwerk Beznau investiert das Unternehmen weiterhin. Im Bau sind zwei neue Gebäude mit vier Notstromdieselanlagen. Bei der Atomkatastrophe von Fukushima war ein zentrales Problem gewesen, dass neben der normalen Stromversorgung für die Kühlung der Reaktoren auch die Notstromaggregate durch den Tsunami zerstört worden waren.

Am Montagabend wurde bekannt, dass bei der laufenden Jahresrevision des Blocks 1 des Atomkraftwerks Beznau eine Unregelmässigkeit an einer Schweissnaht im Innenteil des Reaktordeckels festgestellt worden ist. Nun soll die Schweissnaht verstärkt werden.