Versicherungen

Axa-Schweiz-Chef rechnet im Vorsorgegeschäft mit starkem Wachstum

Axa-Schweiz-Chef Fabrizio Petrillo rechnet ein Jahr nach dem Ausstieg aus der Vollversicherung im Vorsorgegeschäft mit kräftigem Wachstum.

Axa-Schweiz-Chef Fabrizio Petrillo rechnet ein Jahr nach dem Ausstieg aus der Vollversicherung im Vorsorgegeschäft mit kräftigem Wachstum.

Axa Schweiz ist zu Jahresbeginn als Reaktion auf die tiefen Zinsen im Vorsorgegeschäft aus der Vollversicherung ausgestiegen. In der Folge wechselten viele Kunden zur Konkurrenz. Doch bereits ein Jahr später dürfte Axa im BVG-Geschäft wieder kräftig zulegen.

"Wir sind davon überzeugt, dass es der richtige Schritt war", sagte Axa-Schweiz-Chef Fabrizio Petrillo im Interview mit AWP rückblickend zum Ausstieg aus der Vollversicherung. Das Angebot der Axa erfreute sich vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) grosser Beliebtheit, da es den Firmen in Vorsorgefragen einen Rundumschutz bot.

Dennoch wagte Axa den Ausstieg und machte den Kunden den Wechsel in die teilautonome Vorsorgelösung, die Anlagerisiken nicht deckt, schmackhaft. Laut Petrillo haben sich neun von zehn Vorsorgekunden für den Verbleib bei Axa entschieden. Da aber auch einige grössere Firmen abgesprungen seien, sank die Zahl der in der Beruflichen Vorsorge von Axa versicherten Personen um knapp 17 Prozent auf rund 338'000.

Kunden kommen zurück

Doch bereits ein Jahr nach dem einschneidenden Schritt gewinnt die Axa viel Geschäft zurück. "Wir haben in unserer Sammelstiftung für 2020 ungefähr doppelt so viele Offerten erstellt wie vor Jahresfrist", sagte Petrillo. Viele Firmen hätten die Vorteile der teilautonomen Lösung mit den grösseren Renditechancen und tieferen Prämiensätzen erkannt.

Im aktuellen Zinsumfeld sei es sehr schwierig, den Kunden Zinsgarantien zu versprechen und gleichzeitig angemessene Renditen zu erwirtschaften. "Dank der guten Börsenentwicklung können wir 2019 den Versicherten auf ihrem Kapital im Durchschnitt eine Rendite von rund 3,5 Prozent gutschreiben", erklärte Petrillo. Das liege deutlich über dem, was mit der Vollversicherung hätte erreicht werden können.

Auch im Schadengeschäft buhlt der mit über 350 Geschäftsstellen und mehr als 7'000 Mitarbeitenden schweizweit grösste Versicherer um die Gunst der KMUs. "KMUs sind ein Wachstumsfeld", fuhr der Axa-Schweiz-Chef im Interview fort. Mit der breiten Palette an Versicherungsprodukten und der Nähe zum Kunden wolle Axa schneller wachsen als der Markt.

Für KMUs baue Axa derzeit ein "Ökosystem" auf, das Versicherungen mit Dienstleistungen kombiniere, die den Firmen etwa den Umgang mit administrativen Aufgaben erleichtern würden. Ähnliche Systeme entstehen auch zu den Themen Leben- und Gesundheitsvorsorge sowie Mobilität.

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