Der Roche-Genussschein brach zu Handelsbeginn um satte 10,7 Prozent ein. Um 9.45 Uhr notierte das Schwergewicht an der Schweizer Börse 10,6 Prozent tiefer auf 137.20 Franken. Zu Börsenschluss stand der Bon 10,4 Prozent im Minus bei 137.40 Franken. Das kommerzielle Potenzial des Krebsmedikaments werde durch den Ausgang der Phase-III-Studie - der letzten Stufe vor dem Gesuch um Marktzulassung - spürbar geschmälert, sagten Analysten.

Anderer Ansicht war ZKB-Analyst Michael Nawrath. Ein negatives Studienergebnis sei allein aufgrund des frühen Zeitpunkts der Datenfreigabe von vorneherein nicht auszuschliessen gewesen. In einem oder zwei Jahren könne alles wieder ganz anders aussehen, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Roche wurde damit erneut vom sich über Monate hinziehenden Übernahmekampf um Genentech eingeholt. Avastin wurde von der kalifornischen Tochtergesellschaft entwickelt, an der Roche seit 1990 die Mehrheit hält und von der sie im März für 46,8 Mrd. Dollar die restlichen rund 44 Prozent übernahm. Es war die grösste Übernahme in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.

In ihrem Bemühen um einen höheren Kaufpreis hatte das Genentech-Management unter anderem angekündigt, die Ergebnisse der "NSABP C-08" genannten spätklinischen Studie früher vorzulegen.

Vorwürfe über einen überteuerten Preis wies Roche zurück: "Für uns war die Avastin-Studie nie ein Schlüsselelement in der Genentech-Bewertung", sagte Roche-Pharmachef Bill Burns.