Dies gelte, bis sich die Gewerkschaften der Piloten und des Bodenpersonals mit dem Unternehmen über Gehälter und Arbeitsbedingungen geeinigt hätten. Ab Montagabend würden alle an den Arbeitsniederlegungen beteiligten Mitarbeiter ausgesperrt werden.

Er habe diese Entscheidung am Samstagmorgen getroffen und dann die Zustimmung des Verwaltungsrats eingeholt, sagte Joyce weiter. Die Kosten gab der Konzernchef mit 20 Millionen Dollar pro Tag an. Die Mitarbeiter müssen nun nicht mehr zur Arbeit erscheinen und werden ab Montag nicht mehr bezahlt, wie Joyce erklärte.

Regierung in Sorge

"Die Regierung ist sehr in Sorge um die Zukunft der Qantas, um das Personal, aber auch die Passagiere", sagte der australische Verkehrsminister Anthony Albanese. Die Entscheidung seitens des Unternehmens, alle Flüge zu streichen, nannte er enttäuschend und aussergewöhnlich.

Die Regierung rief umgehend ein Schiedsgericht an, das am Samstag die Positionen von Gewerkschaften und Fluggesellschaft anhörte. Am (morgigen) Sonntag will die Mitte-links-Regierung, die traditionell den Gewerkschaften nahesteht, vor dem Schiedsgericht beantragen, dass eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs angeordnet wird. Dies liege im wirtschaftlichen Interesse Australiens.

Anhaltende Krise bei Qantas

Unter den Betroffenen sind auch 17 Regierungschefs, die am Commonwealth-Gipfel in Perth teilgenommen hatten. Passagiere wurden auf Kosten der Gesellschaft auf andere Flüge umgebucht.

Der Absatz von Tickets für Qantas-Flüge brach allerdings bereits zuvor ein, da die Gewerkschaften Reisende im Zuge des Arbeitskampfes aufforderten, mit anderen Gesellschaften zu fliegen.

Ein britischer Fluggast am Flughafen in Sydney berichtete, der Pilot seiner Maschine habe sich auf dem Rollfeld bei den Passagieren gemeldet und die Rückkehr der Maschine zum Terminal bekannt gegeben. Der Flug wurde storniert.

In den vergangenen Wochen musste Qantas wegen Arbeitsniederlegungen immer wieder Flüge streichen. Der Arbeitskampf habe die Fluggesellschaft in eine Krise gestürzt, sagte Joyce.