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Auf Aldi und Lidl folgt das Billig-Gipfeli

Der deutsche Bäckerei-Discounter Backwerk will in der Schweiz wachsen. Erfolg bringen sollen der tiefe Preis und Schweizer Produkte.

Roman Schenkel
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Stabiler Umsatz mit Gipfeli und anderen Backwaren

Stabiler Umsatz mit Gipfeli und anderen Backwaren

Keystone

Bis jetzt bäckt das deutsche Unternehmen in der Schweiz kleine Brötchen. Die einzige Selbstbedienungs-Filiale von Backwerk steht beim Bahnhof in Schaffhausen. Das soll sich laut «20 Minuten» bald ändern.

Der Grund: «Die Filiale in Schaffhausen läuft sehr gut, nun wollen wir in der ganzen Schweiz wachsen», so Backwerk-Sprecher David Oppenheim zur az. Wie viele zusätzliche Backwerk-Läden geplant sind, will er nicht sagen.

Zurzeit sei Backwerk auf der Suche nach Verkaufsflächen in verschiedenen Städten. «Die Standorte müssen gut frequentiert sein und im Parterre liegen.» Man tue sich aber schwer bei der Suche. «Gute Flächen sind rar», so Oppenheim.

3300 Bäckereien in der Schweiz

Kein Wunder: An den Bahnhöfen versuchen auch Migros, Coop, Apérto und alle anderen Detaillisten Ware zu verkaufen. Zudem gibt es in der Schweiz fast an jeder Ecke eine Bäckerei: 3300 Bäckereien und Konditoreien bieten landesweit ihre knusprige Ware feil. Hat die Schweiz auf Backwerk überhaupt gewartet?

Backwerk-Sprecher sieht trotz der Konkurrenz Potenzial für das Unternehmen. Hauptvorteil der Filialen – die wie alle Backwerk-Läden werden im Franchisesystem geführt werden – sei der schnelle Einkauf. «Dank des Selbstbedienungssystems müssen die Kunden bei Backwerk nicht lang anstehen», so Oppenheim. Der Kunde betritt den Laden, schnappt sich ein Tablett und läuft die Brot- und Brötchenregale ab. Bezahlt wird an einer normalen Kasse, eingetütet wird vom Kunden selbst.

Ein weiterer Vorteil liege bei den frischen Produkten. «Das Personal bäckt ständig Teigrohlinge auf und füllt die Regale mit frischen Produkten auf.» So gebe es den ganzen Tag lang frische Gipfeli.

Der dritte und wohl wichtigste Teil der Strategie: Die Waren werden zu fast unschlagbaren Preisen angeboten: Ein Weggli für 60 Rappen, ein Ruchbrot für Fr.1.50, Sandwiches sind ab Fr.2.50 zu haben. Backwerk ist um 40 Prozent günstiger als der Marktdurchschnitt.

Natürlich spiele der Preis eine wichtige Rolle, so der Backwerk-Sprecher. «Wir beschäftigen weniger Personal, das schlägt sich im Preis nieder.» Pro Filiale arbeiten jeweils zwei Angestellte. Man wolle sich in der Schweiz aber nicht nur über den Preis etablieren. «Entscheidend ist die Qualität.» Backwerk habe ein auf Schweizer Bedürfnisse ausgerichtetes Angebot. «Wir setzen auf Schweizer Lieferanten und Schweizer Produkte.» Unter anderem liefern die Migros-Bäckerei Jowa oder die unabhängige Hiestand.

260 Filialen in Deutschland

In Deutschland hat Backwerk inzwischen 260 Filialen. Das Franchise- Unternehmen hat im vergangenen Jahr 137 Millionen Euro umgesetzt. Nicht nur in der Schweiz wird expandiert. Backwerk hat rund 20 Filialen in Österreich, den Niederlanden, Slowenien und Rumänien.

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