Industrie

Auch Sulzer wird von der Coronakrise getroffen, bleibt aber «optimistisch»

Sulzer muss auch in der Schweiz Stellen abbauen.

Sulzer muss auch in der Schweiz Stellen abbauen.

Geringerer Umsatz, geringerer Gewinn: Der weltweite Lockdown setzt auch dem Industriekonzern Sulzer zu. Aber trotz der Krise konnte das Auftragswachstum weiter fortgesetzt werden.

(mg) Auch der Industriekonzern Sulzer bekommt die Coronakrise zu spüren. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2020 um über 170 Millionen Franken auf 1,6 Milliarden Franken zurück. Was Sulzer dagegen freut: Trotz der Krise konnte man sein Auftragswachstum fortsetzen. Um Währungseffekte bereinigt wuchs der Bestellungseingang um 1,7 Prozent. Heftig geschrumpft ist der Nettogewinn, der den Aktionären zusteht: Da stellte das Unternehmen einen Rückgang von 76,3 Prozent fest. Er beträgt noch 15,4 Millionen Franken.

«Die Umsätze aller Divisionen litten unter den Schutzmassnahmen, die den Kunden auferlegt wurden», heisst es in der Mitteilung vom Freitag. Besonders hart getroffen wurde der Bereich Division Applicator Systems. Dort verbuchte Sulzer einen Umsatzrückgang von 21 Prozent. Ausschlaggebend hierfür sei die weltweite Schliessung von Einzelhandelsgeschäften und Zahnarztpraxen. Deutlich verringert hat sich auch der Personalbestand bei Sulzer. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 arbeiteten rund 900 Personen weniger für Sulzer. Das entspricht einem Abbau von 5,5 Prozent.

«Umfassende Massnahmen ergriffen»

«Sulzer hat umfassende Massnahmen ergriffen, um die durch die Pandemie bedingten Marktstörungen auf die Geschäftsaktivitäten im Energiebereich zu mindern», heisst es in der Mitteilung. Damit sollen strukturelle Einsparungen von 70 Millionen Franken erzielt werden. Am Donnerstagabend hatte der Konzern bestätigt, dass bei Sulzer Chemtech an den Standorten Winterthur, Oberwinterthur und Allschwil über 50 Stellen abgebaut werden.

Für das gesamte Geschäftsjahr gibt sich Sulzer «optimistisch», dass man «weiterhin eine gute Leistung erzielen» werde. Dies, da man über volle Auftragsbücher verfüge und «umfassende Kostenmassnahmen ergriffen» habe. So rechnet man mit einer operative EBITA-Marge bei 8.5 – 9.0 Prozent. Bereits am Jahresende 2021 werde sich diese Marge wieder auf dem Niveau vor der Pandemie bewegen.

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