Heute müssen Auto- und Lastwagenbesitzer ihr Fahrzeug mindestens alle zwei Jahre überprüfen lassen. Diese Abgaswartungspflicht leiste einen wichtigen Beitrag zur Emmissionsreduktion, schreibt der Autogewerbeverband (AGVS) in seiner Stellungnahme zur Vernehmlassung, die am Dienstag geendet hat.

Die Garagisten wollen auch in Zukunft regelmässige Abgastests durchführen - selbst bei neueren Fahrzeugen, die mit einem On-Board-Diagnosesystem ausgestattet sind. Solche Systeme zeigen allfällige Fehlfunktionen beim Abgas mit einer Warnlampe an.

Deshalb will das Bundesamt für Strassen (ASTRA) entsprechend ausgerüstete Autos von der Abgaswartungspflicht befreien. Ein Besuch in der Werkstatt soll nur noch obligatorisch sein, wenn eine Fehlfunktion angezeigt wird. Der Systemwechsel sei aufgrund der geringen Häufigkeit von Mängeln am Warnsystem gerechtfertigt, schreibt das ASTRA.

Bordinstrumente nicht zuverlässig genug

Zu einem anderen Schluss kommen die Garagisten: Es sei "fahrlässig", die Kontrolle der Abgasemissionen gänzlich den Bordinstrumenten zu überlassen. Der Verband beruft sich auf Testergebnisse aus Deutschland, wonach bei Abgasüberprüfungen auch bei Fahrzeugen mit Diagnosesystem Mängel festgestellt worden seien.

Ausserdem blieben ohne den regelmässigen Blick des Fachmannes auch andere umwelt- und sicherheitsrelevante Mängel wie abgenutzte Reifen unentdeckt, schreibt der AGVS. Als Kompensation für die wegfallende Abgaswartung fordern die Garagisten deshalb "zwingend häufigere Kontrollen durch die Polizei".

TCS und VCS einig

In seltener Einstimmigkeit sprechen sich hingegen sowohl der Touring Club Schweiz (TCS) als auch der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) für die Abschaffung aus. Sie sind sich einig, dass Tests bei Fahrzeugen mit Diagnosesystem überflüssig sind.

Selbst geringe abgasrelevante Fehlfunktionen würden von den Diagnosesystemen erkannt, schreibt der TCS. Von der Neuregelung würden die Halter von rund 710'000 Fahrzeugen profitieren.

Auch der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG zeigte sich erfreut über die geplante Neuerung. Eine obligatorische Kontrolle sei unnötig und treibe "einzig die Kosten für die Fahrzeughalter in die Höhe", liess sich ASTAG-Direktor Michael Gehrken in der Stellungnahme zitieren.