Das Staatsoberhaupt wirft dem Banker Fehlverhalten und Pflichtversäumnis vor. Zuvor war es zwischen Notenbank und Regierung zum offenen Streit gekommen. Redrado hatte den von Kirchner geforderten Rücktritt mit dem Hinweis abgelehnt, die Zentralbank sei unabhängig von der Regierung.

Fachleute zweifelten die Verfassungsmässigkeit von Kirchners Anordnung an. Den Statuten der Zentralbank zufolge muss die Regierung die Zustimmung des Kongresses einholen, wenn sie den Bankchef absetzen will.

Kirchner war mit Redrado in Streit geraten, weil er ohne eine umfassende Prüfung nicht auf ihre Forderung eingehen wollte, 6,59 Milliarden Dollar aus den ausländischen Devisenreserven Argentiniens auszuzahlen. Damit sollte ein Teil der diesjährigen Rate zum Abbau der Staatschulden in Höhe von 13 Milliarden Dollar beglichen werden.

Redrado war 2004 unter Cristina Fernandes de Kirchners Amtsvorgänger und Ehemann Nestor Kirchner ins Amt gekommen. Seine Amtszeit sollte eigentlich im September enden.