Das Geschäftsmodell von Herbalife ist höchst umstritten. Es sei seriös, sagen die einen, es sei ein Schneeballsystem, das keine echten Gewinne abwirft, die anderen.

Die jüngste Kritik kommt vom bekannten Grossinvestor William Ackman. Es sei eine Pyramide, ein Schneeballsystem, das nur dadurch Geld mache, dass immer neue Verkäufer angeworben würden.

Herbalife verkaufe seine Produkte ähnlich wie bei den bekannten Tupperware-Partys. Es gebe ein Netzwerk ungeschulter Verkäufer, die die Produkte von Herbalife kaufen und dann in ihrem Umfeld, in der Verwandtschaft, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz weiterverkaufen.

Ackman behauptet, 90 Prozent der Verkäufer machten Verluste. Herbalife suche vor allem ungebildete Menschen, Afroamerikaner und Latinos, die oft nicht wüssten, worauf sie sich einliessen.

Ackman unterstützt deshalb Verbände von Afroamerikanern und Latinos finanziell bei ihren Klagen gegen Herbalife. Ausserdem wandte er sich an Kongressmitglieder, um die Firma anzuschwärzen.

Kampf der Wall-Street-Giganten

Das Management von Herbalife hält dagegen, nennt die FTC-Ermittlungen sogar eine Chance, die Vorwürfe gegen das Unternehmen endgültig abzuwehren. Herbalife leide unter der «Fehlinformation auf dem Markt».

Ackman hat offensichtlich eigennützige Gründe für seinen Feldzug gegen Herbalife. Der Manager beim Hedgefonds Pershing Square Capital in New York City ist mit aggressiven Leerverkäufen von Herbalife-Aktien in den Markt gegangen.

Er verkaufte die geborgten Aktien zu einem hohen Preis an Investoren, um sie bei Kursverfall billig wieder aufzukaufen und die geborgten Papiere dann ihren Eigentümern zurückzugeben.

Ackman sagte im Januar 2013 voraus, der Kurs der Herbalife-Aktien werde zusammenbrechen, wenn der Markt erkenne, dass es sich dort um ein illegales Geschäftsmodell handle.

Die Rechnung ging nicht auf. Der Milliardär Carl Icahn kaufte Herbalife-Papiere und übernahm 17 Prozent des Unternehmens aus Los Angeles.

Und der weltweit tätige Grossinvestor George Soros zog nach. Die beiden Auftritte führten dazu, dass die Aktienkurse stabil blieben und Ackman Hunderte Millionen Dollar Verlust machte. Ackman und Icahn stritten sich sogar öffentlich in einer Fernsehsendung über Herbalife und sparten nicht mit persönlichen Angriffen aufeinander.

Der Wert der Herbalife-Aktien ist im vergangenen Jahr um die Hälfte gestiegen. Nach Bekanntwerden der FTC-Ermittlungen sank der Kurs letzte Woche um sieben Prozent auf 60,57 Dollar. Im Geschäftsbericht weist das Unternehmen Einnahmen von 4,8 Milliarden Dollar aus. Das ist eine Zunahme um 18 Prozent gegenüber 2012.