Nutzer der beliebten iPhones, iPads und Macs können künftig Daten in der virtuellen Welt ansiedeln und so den Speicherplatz auf ihren Geräten entlasten.

Der erkrankte Steve Jobs führte am Montag auf der jährlichen Entwickler-Konferenz in San Francisco die Präsentation des neuen und lang erwarteten Cloud-Computing-Angebots mit seinen üblichen Worten "one more thing" ein. Zuvor wurde allein seine Anwesenheit mit stehenden Ovationen der rund 5000 anwesenden Apple-Jünger gefeiert.

In der Datenwolke

Mit Hilfe des internetbasierten Dienstes iCloud können Apple-Kunden Dokumente, Fotos und Musik auf den Servern des Silicon-Valley-Konzerns speichern.

Laut Jobs können Nutzer Buch- und Musikkäufe sowie Kalendereinträge in der Datenwolke teilen. Apple wird kostenfrei fünf Gigabyte zur Verfügung stellen - genug für rund 1000 Songs. Für weiteren Platz muss dann gezahlt werden.

Analysten sind der Meinung, dass iCloud eine neue Form des Medienkonsums kreieren könnte. Im Gegensatz zu den Diensten von Google und Amazon wird der neue Dienst iTunes Match die Festplatten scannen und die Musik in der Datenwolke abrufbar machen. Bei der Konkurrenz müssen Kunden jeden Song selbst hochladen.

Für Jobs war es der zweite Auftritt in der Öffentlichkeit seit er sich im Januar erneut eine krankheitsbedingte Auszeit nahm. Einige Neuheiten stellte dann auch sein Team vor.

Neue Funktionen

Seit der Markteinführung des iPads hat Apple mehr als 25 Millionen Exemplare des Tablet-Computers verkauft. Dies teilte Software-Chef Scott Forstall mit. Weiterhin seien 15 Milliarden Songs beim Online-Musikladen iTunes gekauft worden.

Neben der iCloud kündigte Apple zahlreiche neue Funktionen für seine Betriebssysteme an. Der US-Konzern rüstet sein Mac-OS-Betriebssystem auf und bringt die neue Software-Version iOS 5 für Handys auf den Markt. Zu den Neuerungen bei dem Lion genannten Betriebssystem für Macs gehören verbesserte E-Mail-Funktionen und Multi-Touch-Angebote.