Steueramnestie

Angst vor Bankgeheimnislockerung treibt Selbstanzeigen in die Höhe

Paradeplatz in Zürich: der Druck auf das Bankgeheimnis steigt (Symbolbild)

Paradeplatz in Zürich: der Druck auf das Bankgeheimnis steigt (Symbolbild)

Die Angst vor der Lockerung des Bankgeheimnisses treibt die Zahl der Selbstanzeigen in die Höhe. Mehrere Kantone vermelden für 2013 Rekordzahlen. Mancherorts meldeten sich so viele reuige Steuersünder wie noch nie seit der Einführung der Mini-Steueramnestie 2010.

Im Kanton Genf etwa hat sich die Zahl der Selbstanzeigen im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (2013: 498 Anzeigen; 2012: 265). Rekordzahlen vermelden auch Solothurn (286; Vorjahr: 215), Zug (118; 85), Schwyz (166; 106), Neuenburg (137; 80) und das Tessin (225; 173).

Bund, Kantone und Gemeinden kassieren Millionen an Nachsteuern. Allein im Kanton Zürich nehmen Kanton und Gemeinden dank der gemachten Selbstanzeigen Nachsteuern von 42 Millionen Franken ein, weitere 10 Millionen gehen an den Bund.

In Neuenburg schnellen die Nachsteuern von 2,9 Millionen Franken im Jahr 2012 auf 12,3 Millionen in die Höhe. Im Kanton Luzern muss eine einzige Person rund 800'000 Franken an Steuern nachzahlen.

Mehrere Steuerämter liefern die gleichen Erklärungen für den Anstieg der Selbstanzeigen: Das Thema Steuerhinterziehung habe derzeit eine starke Präsenz in den Medien. Und Steuerhinterzieher hätten wohl Angst davor, dass das Bankgeheimnis weiter gelockert werde und ihre unversteuerten Gelder den Behörden bekannt werden.

Die Möglichkeit der straflosen Selbstanzeige war 2010 eingeführt worden: Einmal im Leben können sich Steuerhinterzieher selbst anzeigen, ohne eine Strafe fürchten zu müssen. Sie müssen allerdings die Steuern für die vergangenen zehn Jahre inklusive Verzugszins nachzahlen.

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