Düstere Prognosen

Angst vor ausbleibenden Touristen: Schweiz Tourismus weibelt um Besuch aus den Nachbarländern

Mit einer digitalen Kampagne will Schweiz Tourismus Gäste in die Schweiz locken.

Mit einer digitalen Kampagne will Schweiz Tourismus Gäste in die Schweiz locken.

Die diesjährige Wintersaison dürfte aufgrund der Coronakrise deutlich weniger Touristen in die Schweiz locken als sonst. Mit einer neuen Kampagne will Schweiz Tourismus nun Gegensteuer geben.

(agl) Die Tourismusbranche sei für den Winter und die Gäste bereit, mit Schutzkonzepten und besonderen Vorkehrungen. Dies betonten verschiedene Tourismusvertreter am Montag bei der Lancierung der neuen Winterkampagne. «Wir glauben, dass wir uns auf den Wintertourismus freuen dürfen», sagte Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, vor den Medien.

Damit die Touristen auch kommen, hat die Marketingorganisation ihre neue Kampagne mit dem Titel «My First Time» lanciert. Diese soll 100 Erlebnisse präsentieren, welche «alle Sprachregionen der Schweiz sowie alle Niveaus und Aktivitäten abbilden» und den Betrachter dazu motivieren, etwas neues zum ersten Mal zu wagen.

Die Kampagne wird gemäss Schweiz Tourismus primär digital ausgespielt. Dies in allen Ländern, aus denen eine Reise in die Schweiz aufgrund der Reisebeschränkungen möglich ist. Damit die richtigen Botschaften zur richtigen Zeit platziert werden, will Schweiz Tourismus mit einem Monitoring-System Reisebedingungen, Marktanteile und Fallzahlen analysieren. Martin Nydegger hofft für diese Saison auf Touristen aus den Nachbarländern. Was die Gäste aus Übersee betrifft, werde es jedoch noch einige Jahre dauern, bis das Niveau der Vorjahre wieder erreicht werde.

Grosse Probe für Skischulen

Tourismusminister Guy Parmelin appellierte derweil in einer Videobotschaft an die Schweizer Bevölkerung: «Bleiben Sie in der Schweiz, geniessen Sie unser Land», sagte er. Er rief dazu auf, Regionen zu besuchen, die man noch nicht kenne, wie dies bereits im Sommer der Fall gewesen sei. Behörden und Touristiker würden sich derweil um die Sicherheit der Gäste kümmern. Parmelin betonte aber auch die Verantwortung der Bürger, die Schutzkonzepte zu befolgen.

Dass dieser Winter anders wird als sonst, stellten verschiedene Tourismusvertreter vor den Medien klar. Laut Davide Codoni, Direktor von Swiss Snowsports, komme bald die grosse Probe für die Schweizer Skischulen. Es brauche insbesondere mehr Absprachen mit Gastronomie und Bergbahnen, sowie flexiblere Treffpunkte anstatt den einen grossen «Sammelplatz». Auch die Betreiber von Seilbahnen müssten flexibel sein können und bräuchten dafür mehr Personal, erklärte Berno Stoffel vom Verband Seilbahnen Schweiz.

Prognose sagt 20-prozentigen Rückgang bei Logiernächten voraus

Aktuell sehen die Prognosen für den Wintertourismus «eher düster» aus, wie Martin Nydegger ausführte. Gemäss einer Branchenumfrage von Ende Oktober sei der Buchungsstand für die Weihnachtsferien 19 Prozent, für die Sportferien 28 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Basierend auf den Tourismusprognosen der ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF erwartet Schweiz Tourismus einen Rückgang der Logiernächte um 22 Prozent.

Laut Nydegger rund die Hälfte der befragten Betriebe in dieser Saison flexiblere Stornierungsmöglichkeiten anbieten. Ebenfalls sei die Reduktion von Kapazitäten ein Thema, um die Sicherheit zu gewährleisten. 20 Prozent wollten wiederum mit innovativen Lösungen wie zum Beispiel einem Ski-Drive-in punkten, führte Nydegger weiter aus.

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