Er begrüsse die Ernennung Senns aufgrund des exzellenten Leistungsausweises bei seinen früheren Tätigkeiten, kommentierte der Versicherungsanalyst eines Schweizer Brokers die Ankündigung vom Vorabend. Einzig die Tatsache, dass Senn nur wenig Erfahrung an der Geschäftsfront habe, könnte einige Fragezeichen hervorrufen.

"Aus unserer Sicht ist die Ernennung von Martin Senn eine solide schweizerische Wahl für eine globale Versicherungsgesellschaft mit Schweizer Wurzeln", schrieb die Bank Vontobel.

Senn habe die volle Unterstützung jedes Konzernleitungsmitglieds, sagte Konzernchef James Schiro, der Ende Jahr in Ruhestand geht.

Überrascht diesbezüglich zeigt sich hingegen die Zürcher Kantonalbank (ZKB): Als interner Kandidat sei in den Erwartungen der Aussenstehenden vor allem Risikochef Axel Lehmann im Vordergrund gestanden, schrieb ZKB-Analyst Georg Marti.

Senns Ernennung zum Nachfolger von Schiro sei die Folge eines zweijährigen Auswahlprozesses gewesen, sagte Zurich-Verwaltungsratspräsident Manfred Gentz. Senn habe ein tiefes Verständnis der komplexen Strukturen und Entwicklungen im Versicherungsgeschäft. Als Anlagechef der Zurich, der für ein Portfolio von 180 Mrd. bis 200 Mrd. Dollar Verantwortung trage, kenne er alle Details.

Zudem wollte der Verwaltungsrat einen neuen Konzernchef, der die Fähigkeit habe, multikulturelle Teams zu führen und auf die erfolgreiche Strategie von ZFS auszurichten. Senn hat in Europa, Nordamerika und Asien gearbeitet.

Nun müsse der Konzern es schaffen, die Enttäuschung der Kandidaten zu managen, die nicht zum Zuge kamen, schrieb ein Anlyst. Zurich-Verwaltungsratspräsident Manfred Gentz befürchtet keine Abgänge: "Ich bin zuversichtlich, dass dieses sehr starke Team hochqualifizierter Leute weiterhin zusammenbleibt und kooperiert wie in der Vergangenheit", sagte Gentz in einer Telefonkonferenz.