Amazon hat den Umsatz mit einem aggressiven Expansionskurs unerwartet deutlich gesteigert und damit seinen Aktien einen kräftigen Schub gegeben. Der Internet-Gigant vermeldete am Donnerstag für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 17,1 Mrd. Dollar.

Dies entspricht einem Anstieg von fast 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Börsianer reagierten begeistert auf die Bilanz: Die Amazon-Aktie legte nachbörslich rund acht Prozent zu.

Amazon durchläuft einen Wandel von einem reinen Internet-Händler zu einem breit aufgestellten Technologieunternehmen und bietet inzwischen eigene Tablets in Konkurrenz zu Apples iPad an sowie Online-Datendienste - sogenanntes Cloud Computing - für Privatleute, Firmen und Behörden.

Diese Neuausrichtung lässt sich Amazon einiges kosten, so dass auch im dritten Quartal ein Verlust von netto 41 Mio. Dollar anfiel. Vor einem Jahr stand jedoch noch ein Minus von 274 Mio. Dollar unter dem Strich. Zudem hatte Amazon wegen seiner Pläne für massive Investitionen einen Verlust angekündigt.

Warnungen vor Weihnachstgeschäft

Viele Experten gehen davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft in den USA in diesem Jahr bei weitem nicht so üppig ausfallen wird wie gewohnt.

Vergangene Woche hatte erst der Rivale eBay vor einem mageren Weihnachtsgeschäft gewarnt, weil der wochenlange Budgetstreit die US-Wirtschaft und auch das Konsumentenvertrauen belastet habe. Amazon prognostizierte für das vierte Quartal einen Umsatz zwischen 23,5 und 26,5 Mrd. Dollar, was Branchenexperten als "konservativ" bezeichneten.

Auch Microsoft legt deutlich zu

Microsoft hat Anleger mit einem kräftigen Gewinnanstieg erfreut. Der Konzern steigerte nach Angaben vom Donnerstag im abgelaufenen Quartal seinen Gewinn um 17 Prozent auf 5,2 Mrd. Dollar.

Hierzu trugen vor allem starke Verkäufe des Softwarepakets Office bei, die eine Schwäche beim Betriebssystem Windows ausglichen. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 18,53 Mrd. Dollar zu.

Microsoft-Chef Steve Ballmer sagte, es gebe bei den Konsumenten grosse "Aufregung" über ihre Produkte Xbox One, Surface 2 und Surface Pro2 sowie das Betriebssystem Windows 8.1 und die Windows-Software für Smartphones.

Im Tabletmarkt hinten drein

Der Konzern brachte kürzlich ein Update für die Surface-Tabletcomputer heraus, nachdem es zuvor empfindliche Verluste damit eingefahren hatte. Seinen Angaben nach stieg der Umsatz bei Surface auf 400 Mio. Dollar, doch gab der Konzern keine detaillierten Verkaufszahlen.

Microsoft, das mit dem Betriebssystem Windows seit Jahren den PC-Markt beherrscht, ringt derzeit darum, seinen Anteil im mobilen Bereich auszubauen, der bislang von den Produkten der Konkurrenten Google und Apple dominiert wird.

Laut Analysten spielt Surface im rasch wachsenden Markt der Tabletcomputer bislang kaum eine Rolle. Angesichts der überraschend guten Zahlen stieg der Aktienkurs von Microsoft am Donnerstag nachbörslich um 5,6 Prozent auf 35,60 Dollar.