Natürlich kamen die Redner an der offiziellen Eröffnung der AMA nicht um den Begriff der Wirtschaftskrise herum. Allerdings in der Hoffnung, dass der Globalisierungswahn wieder dem Sprichwort «Ehret einheimisches Schaffen» Platz macht.

«Die Aargauer Messe hat sich mehr als drei Jahrzehnte lang als krisenrestistent erwiesen», versicherte Thomas Heimann, der neue Geschäftsführer der AMA, die per 1. Januar zu hundert Prozent von der Wigra-Gruppe übernommen worden ist. Der Wechsel passierte ohne äusserlich sichtbare Folgen, das Ausstellungsareal mit den sieben Hallen rund um die Kunsteisbahn Keba im Brügglifeld und der Branchenmix zeigen das gewohnte Bild.

Auszug aus dem Keba-Areal?

Das könnte sich aber bald einmal ändern. Laut Heimann will man   die Aargauer Messe auf der einen Seite inhaltlich «weiterentwickeln», andrerseits von den Lokalitäten her «sanft in ein neues Bett legen». Die Wigra-Gruppe träumt laut CEO Willi Gyger von einem eigenen Ausstellungsareal samt Halle in der Region Aarau-Lenzburg.

Oberstes Ziel der Publikumsmesse bleibt, dem Konsumenten direkten Kontakt, Marketing live und eine ehrliche Kommunikation zu ermöglichen. Messeleiterin Liana Hofmann-Menna schwärmte vor den Premierengästen von einer «kunterbunten Schau», deren Spektrum von der Gartengestaltung über kulinarische Höhenflüge bis zum «Buureland» reiche.

Genau dort startete die AMA 2009 mit einem zünftigen «Säulirennen», eine populäre Disziplin, die laut Ralf Bucher, Geschäftsführer des Aargauer Bauernverbandes, am russischen Zarenhof erfunden worden ist. Die Säuli «Olympia», «Späckli» oder «Häxli» liefen um die Wette, als Erste das Zielband kreuzte «Ringel».

Heimweh nach dem Regionalen

Gerade ein «Furioso» war der Auftakt der AMA-Rennsaison nicht, er erinnerte laut Nationalrat Markus Zemp eher an die flaue Wirtschaftslage. Auch die Schweiz müsse schmerzhafte Lehren aus der überbordenden Konjunktur ziehen. Die Welt werde nach ausgestandener Krise «anders aussehen», vorbei seien in jedem Fall die «Zeiten des Neoliberalismus».

Gefragt seien «neue Konzepte», die vom «Heimweh nach dem Lokalen oder Regionalen» inspiriert würden, also die traditionellen Stärken der Aargauer Messe. Dies gelte auch für die schweizerische Landwirtschaft, die statt auf den freien Welthandel voll auf die «nachhaltige Produktion vor Ort» setze. Davon konnte sich die offizielle Gästeschar im Zelt des Messegastes Lungern-Schönbüel eigenhändig überzeugen.

Die Innerschweizer Panoramawelt glänzte mit dem unverwüstlichen Paul Niederberger an der Spitze bereits am MAG 2008 und dürfte auch an der AMA für Furore sorgen. Die AMA ist vom Mittwoch bis Freitag von 13 bis 21 Uhr (Weinhalle bis 22 Uhr), am Samstag von 10 bis 21 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.