Das bestätigt Walter Hiltbrunner, der Personalchef von Alstom Schweiz, gegenüber der Zeitung «Der Sonntag».

Am 22. März teilte die Konzernspitze in Paris dem Europäischen Betriebsrat mit, sie wolle die Unternehmensstrategie klären, «auch im Hinblick auf die Ereignisse in Japan». Sie analysiert nun, ob sich neue geschäftliche Möglichkeiten ergeben, wenn die Regierungen früher als geplant aus der Atomenergie aussteigen und verstärkt auf Gas-, Wasser- und Windkraft setzen.

Unia will «Denkpause»

Davon könnte der auf den Bau von Gas-, Dampf- und Wasserkraftturbinen spezialisierte Konzern profitieren. Bis zum nächsten Treffen der Konzernspitze mit dem Betriebsrat am 20. April hat Alstom alle Entlassungen aufgeschoben. Die Arbeitnehmervertretung habe erreicht, dass die Verhandlungen über den Stellenabbau «eingefroren» worden seien, sagte gestern der europäische Betriebsratschef Udo Belz.

Die Gewerkschaft Unia fordert Alstom Schweiz nun zu einer «Denkpause» auf. Der Industriekonzern solle die Entlassung von bis zu 445 Beschäftigten in Baden und Birr AG überprüfen und vorerst keine Entlassungen aussprechen. Damit rennt sie offene Türen ein. Gemäss Walter Hiltbrunner wird Alstom Schweiz vor Ende Mai ohnehin keine Kündigungen aussprechen.Peter Burkhardt