Angesichts der verschlechterten Marktbedingungen prüften Verwaltungsrat und Geschäftsleitung derzeit Massnahmen, hiess es im Communiqué vom Montag. Zur Debatte stehe unter anderem auch der Verkauf des Braunkohlekraftwerks Kladno im Nordwesten der Tschechischen Republik.

Worin die weiteren Massnahmen bestehen, konnte Alpiq-Sprecher Martin Stutz auf Anfrage nicht erörtern. Diskutiert würden "strategische, strukturelle und finanzielle Änderungen", erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Ob ein weiterer Stellenabbau bevorstehe, lasse sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Das im November 2011 lancierte Restrukturierungsprogramm umfasste bis anhin die Streichung von 450 der weltweit 11'200 Stellen per Ende letzten Jahres, 170 davon in der Schweiz. Durch den Verkauf des Anlagetechnikgeschäfts in diesem Frühling reduzierte sich die Belegschaft dann nochmals auf aktuell rund 8000 Mitarbeitende.

Rückgang bei Umsatz und Gewinn

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres machten Alpiq insbesondere die tieferen Strompreise und die geringere Nachfrage zu schaffen. Diese haben gemäss der Medienmitteilung dazu geführt, dass der Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent auf 9,67 Mrd. Franken zurückgegangen ist.

Auch der Betriebs- und der Reingewinn waren rückläufig. Das Ebit tauchte um 12 Prozent auf 368 Mio. Franken; unter dem Strich resultierte gar eine Verminderung von 20 Prozent auf 144 Mio. Franken.

Weitere Wertberichtigungen angekündigt

Wegen der aktuellen Preisentwicklung stellt Alpiq für das laufende Jahr zusätzliche Wertberichtigungen in Aussicht. In der ersten Jahreshälfte war bereits ein Abschreiber von 87 Mio. Franken angefallen. Grund dafür war, dass der pleitegegangene rumänische Energieerzeuger Hidroelectrica seine Lieferverträge mit den Alpiq-Tochtergesellschaften kündigen musste.

Insgesamt würden die Wertberichtigungen das Jahresergebnis signifikant beeinflussen. So rechnet der Konzern mit einem deutlich schlechteren Resultat als im Vorjahr. Dazumal hatte Alpiq aufgrund des vom Bundesrat beschlossenen Atomausstiegs Abschreiber in Höhe von 1,7 Mrd. Franken vornehmen müssen. Dies führte zusammen mit anderen Faktoren zu einem Jahresverlust von 1,3 Mrd. Franken.