Allianz Suisse bestätigte am Donnerstag auf Anfrage eine entsprechende Meldung des Finanzportals "Inside Paradeplatz". Die Allianz habe die Mitarbeitenden am gestrigen Mittwoch informiert, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AWP. Bereits Ende Juli hatte die Allianz-Führung intern einen Stellenabbau angekündigt.

20 Entlassungen im Oktober

Die ersten zwanzig Mitarbeitenden erhielten diesen Monat die Kündigung. Dabei gehe es zum Teil um Funktionen, die es künftig nicht mehr geben werde, erklärt der Sprecher die Eile.

Bei einigen dieser Mitarbeitenden werde eine Frühpensionierung in Betracht gezogen. Da es sich um keine Massenentlassung handle, sei gesetzlich kein Sozialplan vorgeschrieben, sagte der Sprecher. Die Allianz wolle die Betroffenen aber mit freiwilligen Massnahmen unterstützen wie Freistellungen oder Hilfe bei der Stellensuche, dem sogenannten Outplacement.

Während in der Anfangsphase Kündigungen nicht vermieden werden könnten, gehe die Allianz aber davon aus, den restlichen Stellenabbau grösstenteils über die natürliche Fluktuation auffangen zu können. Diese liege bei rund 200 Mitarbeitenden im Jahr.

Besonders vom Abbau betroffen ist laut dem Sprecher der Hauptsitz in Zürich Nord, wo 1'800 Angestellte arbeiten. Aber alle Bereiche müssten zum Sparprogramm beitragen, auch die Generalagenturen, sagte er.

Auch Lohnerhöhungen gibt es im nächsten Jahr keine. Gespart wird überdies auch bei weiteren Kosten. So werden interne Mitarbeiterveranstaltungen "redimensioniert", bei externen Marketingkampagnen gespart und Dienstaltergeschenke angepasst. Künftig gibt es keine Geldbeträge mehr, sondern zusätzliche Urlaubstage.

Kostenquote um 0,9 Prozentpunkte senken

Den Abbau begründet der Versicherer mit dem sich ändernden Geschäftsumfeld: "Der Wettbewerb verschärft sich und neue Anbieter drängen auf den Markt." Zwar entwickelten sich die Geschäftszahlen bisher positiv. Der Bedarf an Innovation, Technologie und Infrastruktur nehme im Rahmen der Digitalisierung aber zu.

Daher wolle sich die Allianz effizient aufstellen und dafür Finanzierungsspielräume schaffen. Über die nächsten drei Jahre will die Allianz ihre Kostenquote jedes Jahr um 0,3 Prozentpunkte drücken, wie der Sprecher ausführte. Über den aktuellen Stellenabbau hinausgehende Pläne gebe es jedoch nicht, hielt er fest. So sei auch nicht vorgesehen, Stellen ins Ausland zu verlagern.