Hier spricht der Chef

Alles Gute kommt von innen

*Beat Oberlin ist Präsident der Basellandschaftlichen Kantonalbank

*Beat Oberlin ist Präsident der Basellandschaftlichen Kantonalbank

Die Werte unserer Bank «persönlich, engagiert, nachhaltig» werden auf eine harte Probe gestellt. Dieses Umfeld ist anspruchsvoll und gerade darum bietet es Chancen.

Das Ansehen der Bankmitarbeitenden hat stark gelitten. Aus geachteten Bankiers sind in der öffentlichen Meinung abzockende Bankers geworden. Statt die Kunden nach den Regeln der Bankkunst zu beraten, seien sie nur an möglichst hohen Boni interessiert. Dabei nähmen sie in ihrer Gier keine Rücksicht auf Verluste.

Grossbanken mussten mit Staatshilfe gerettet werden. «Too big to fail» ist zu einem Begriff geworden, der in der Politik und in den Medien einen hohen Stellenwert hat. Als Folge ziehen die Regulatoren die Schrauben an. Davon sind alle Banken betroffen und für einige wird bald gelten: «Too small to complain.»

Als Chef einer Kantonalbank lässt mich diese Entwicklung selbstverständlich nicht kalt. Wir erstellen immer mehr Reportings für die Behörden. Unser Spielraum in der Kundenberatung wird schrittweise eingeschränkt. Die Werte unserer Bank «persönlich, engagiert, nachhaltig» werden auf eine harte Probe gestellt. Dieses Umfeld ist anspruchsvoll und gerade darum bietet es Chancen.

Wie immer sind es die Mitarbeitenden, die den entscheidenden Unterschied zur Konkurrenz ausmachen. Und wie immer sind es die Vorgesetzten, die diesen Unterschied vorleben müssen. Dabei sind für mich drei Grundsätze von grösster Bedeutung. Der erste heisst: Man muss Menschen mögen. Nur wer seine Kollegen und Kunden schätzt und ihnen mit Respekt begegnet, wird erfolgreich und ein guter Botschafter seines Unternehmens sein. Der zweite heisst: Nur wer sein Metier wirklich beherrscht, wird von Kollegen und Kunden ernst genommen und geschätzt. Der dritte heisst: Alles Gute kommt von innen. Nur wer seinen Job wirklich gerne macht und gerne zur Arbeit kommt, kann ihn wirklich gut machen.

Gerade der dritte Grundsatz ist in einer Branche, in der Menschen im Mittelpunkt stehen, besonders wichtig. Mitarbeitende, die ihre Motivation in erster Linie aus möglichst hohen Löhnen und Boni ziehen, sind für das Unternehmen wenig wert. Im Gegenteil: Sie können in ihrer Gier grossen Schaden anrichten. Ich mache meine Arbeit sehr gerne und ich freue mich darüber, wenn das Unternehmen durch motivierte Mitarbeitende gedeiht. Mein Lohn ist für mich Bestätigung dafür, dass ich meine Arbeit gut mache. Er ist aber nicht der Grund dafür, dass ich mich jeden Tag auf meine Arbeit freue. Genau das erhoffe mir auch von meinen Mitarbeitenden.

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