Meng Wanzhou, die Tochter des Huawei-Gründers, wurde nach Aufforderung der US-Behörden in Kanada festgenommen. Dies weckte Befürchtungen, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China eine neue Dimension erreichen könnte.

Der Ausverkauf an den Aktienmärkten hatte sich im Tagesverlauf mit den wachsenden Sorgen um den Handelskonflikt beschleunigt. An der Schweizer Börse rutschte das Leitbarometer SMI zu Beginn unter die Marke von 8'900 Punkten und durchbrach in der Folge 8'800 und 8'700 Punkte ohne nennenswerten Widerstand.

Am Ende verlor der SMI 3,1 Prozent auf 8'660 Punkte. Das war für den Index der grösste Tagesverlust seit beinahe zweieinhalb Jahren. Ende Juni 2016 hatte das Brexit-Referendum zu einem Kurssturz geführt.

Kalte Füsse bekamen die Anleger auch an anderen Handelsplätzen: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging mit einem Minus von 3,3 Prozent aus dem Handel, die britische FTSE 100 büsste 3,2 Prozent ein und auch der deutsche Leitindex DAX sackte um deutliche 3,5 Prozent auf 10'811 Zähler ab. An der Wall Street geht es für den Dow Jones Index kurz vor Handelshälfte mit knapp 2 Prozent nach unten.

Begleitet wurden die Handelssorgen von Unsicherheitsfaktoren wie die offenen Fragen zum Brexit oder zum Italien-Haushalt. Weit oben auf dem Verkaufszettel der Anleger standen hierzulande die Bankaktien der Credit Suisse (-5,8%), Julius Bär (-5,4%) und UBS (-4,9%). Prozentual am meisten verloren bei den 30 wichtigsten Schweizer Einzeltitel aber die Aktien der Chipfirma AMS. Sie rutschten um knapp 11 Prozent ab. Grössere Abschläge waren auch bei konjunkturabhängigen Titeln zu sehen.

Die defensiven SMI-Schwergewichte konnten dem Gesamtmarkt keinen Rückhalt geben. Nestlé büssten 2,1 Prozent ein, Roche 2,7 Prozent und Novartis 3,3 Prozent. Vifor Pharma (-1,4%), Swisscom (-1,5%) und SGS (-1,9%) waren die einzigen Blue Chips die weniger als 2 Prozent verloren.