Flugverkehr

Airlines prellen Passagiere um Ersparnis im Emissionshandel

Easyjet-Passagiere verlassen ein Flugzeug. (Symbolbild)

Easyjet-Passagiere verlassen ein Flugzeug. (Symbolbild)

Fluggesellschaften profitieren von der geplanten Aussetzung des Emissionshandels (EHS) für die Luftfahrt. Laut einem neuen Bericht tun sie dies wahrscheinlich auf Kosten der Passagiere.

Voraussichtlich sparten die Airlines zwischen 243 und 486 Mio. Euro, indem sie den Fluggästen gar nicht anfallende EHS-Kosten in Rechnung stellten, hiess es in einem Bericht der Organisation Transport & Environment (Verkehr und Umwelt), den sie am Dienstag in Brüssel vorstellte. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass die Airlines so Extragewinne einstrichen, urteilt der Bericht.

Die Airlines würden sich in dem Fall zunutze machen, dass der EHS für die Luftfahrt für 2012 wahrscheinlich rückwirkend ausgesetzt wird. Ursprünglich sollten sie für jede Tonne CO2 zahlen, die die Flieger in die Luft blasen.

Weil sich Länder wie China und die USA massiv wehrten, schlug die EU-Kommission vor, eine internationale Lösung zu suchen und für 2012 bei Interkontinentalflügen zunächst auf das EHS zu verzichten; die Zustimmung von Europaparlament und Regierungen für die Aussetzung gilt als wahrscheinlich.

Fluggesellschaften hatten die erwarteten Zusatzkosten aber schon eingeplant und Tickets verteuert, wie Transport & Environment geltend macht. Auch in einem weiteren Punkt habe zumindest ein Teil der Unternehmen getrickst, vermutet der konsumentennahe Verband: Indem die Unternehmen viele Zertifikate ohnehin umsonst bekamen, aber ihren Wert auf die Tickets aufschlugen.

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