Nach der langen Herrschaft des Industriellen Edgar Oehler tritt die neue Führungsmannschaft ein schwieriges Erbe an. Das Ergebnis des ersten Halbjahres sei unbefriedigend, sagte der neue Konzernchef Daniel Frutig vor den Medien in Zürich. Die Erwartungen, die man Anfang Jahr gehegt habe, seien enttäuscht worden.

Der Umsatz kletterte zwar noch um 1 Prozent auf 634,6 Mio. Franken. Der Betriebsgewinn (EBIT) tauchte aber um 28,3 Prozent auf 10,9 Mio. Franken. Unter dem Strich musste AFG einen Verlust von 1,4 Mio. Fr. hinnehmen, nachdem der Konzern vor einem Jahr einen kleinen Gewinn von 1,3 Mio. Fr. geschafft hatte.

Zu schaffen machte AFG - wie derzeit vielen Industriebetrieben - der starke Franken und die höheren Rohstoffpreise vor allem beim Stahl. Diese beiden Effekte frassen gut 10 Mio. Fr. weg.

"Wir können aber nicht alles auf die Währungen und die Rohstoffpreise abschieben", gestand Finanzchef Felix Bodmer ein: "Es gibt Gründe, die wir selber verschuldet haben." So leide die Gruppe, die in der Ära Oehler stark expandiert habe und zu einer Ansammlung von KMU unter einem Holdingdach geworden sei, unter internen Ineffizienzen etwa bei der Produktion und Verkauf. Diese hätten 6 Mio. Fr. gekostet.

Probleme mit Stahlküchen

Sorgenkinder sind die neuen Forster Stahlküchen, der britische Sanitärtechniker Aqualux und die Oberflächentechnologie. So bereite die Fertigung der Stahlküchen erhebliche technische Schwierigkeiten, weil die bisherigen Maschinen dafür nicht geeignet seien. Die Produktion im deutschen Warendorf kämpfe nach wie vor mit Auslastungsproblemen.

Angesichts der Gemengenlage aus steigendem Franken und Rohstoffpreisen sowie den eigenen strategischen Schwächen, strukturellen und organisatorischen Mängeln hätten Verwaltungsrat und Konzernleitung unter dem neuen Chef Frutig entschieden, bei AFG alles auf den Prüfstand zu stellen. Ein grosser Stellenabbau sei nicht geplant, auch wenn es zu vereinzelten Einschnitten komme, sagte Frutig der Nachrichtenagentur sda.