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Ägyptisches Gericht verurteilt Orsacom-Chef Sawiris zu Haftstrafe

Der ägyptische Investor Samih Sawiris auf der Baustelle seines Ressort-Pojektes in Andermatt

Der ägyptische Investor Samih Sawiris auf der Baustelle seines Ressort-Pojektes in Andermatt

Orascom-Präsident Samih Sawiris ist von einem ägyptischen Handelsgericht zu zwei Jahren Gefängnis und Busse verurteilt worden. Orascom soll bei einer Tochtergesellschaft gegen Beteiligungsvorschriften verstossen haben. Ein Rekurs ist hängig.

Die Sanktionen seien am Donnerstag verhängt worden, teilte die an der Schweizer Börse kotierte Orascom Development Holding (ODH) am Montag mit. Eine Kaution von rund 2700 Fr. sei noch am Samstag bezahlt worden. Gleichzeitig sei Einspruch gegen das erstinstanzliche Urteil erhoben worden. Damit habe der Richterspruch noch keine Rechtskraft.

Zudem wurden Vergleichsverhandlungen eingeleitet, was nach Orascom-Angaben gemäss ägyptischem Kapitalmarktrecht jederzeit erlaubt ist. Die Gefängnisstrafe und die Busse von 6780 Fr. sei gegen Sawiris als Orascom-Präsident und "nicht als Privatmann" verhängt worden, hiess es im Communiqué.

Verstoss gegen Offenlegungspflichten

Hauptvorwurf ist, dass die Orascom-Tochter Orascom Hotel & Development (OHD) die Beteiligung der Muttergesellschaft Orascom Development Holding an ihr im Finanzbericht falsch ausgewiesen haben soll. Der Bericht zeigte eine Beteiligung von 98,16 Prozent, das Aktienregister der Holding in Ägypten hingegen eine solche von 96,14 Prozent.

Nach Orascom-Darstellung entstand die Diskrepanz von gut 2 Prozent, weil die ägyptische Finanzaufsichtsbehörde Egyptian Financial Services Authority (EFSA) im Dezember 2008 eine Übertragung des Eigentums an den betreffenden OHD-Aktien nicht anerkannt hatte.

Anerkannt und genehmigt

Diese 2-Prozent-Beteiligung sei aber von den Buchprüfern anerkannt und genehmigt worden. Sie sei in Übereinstimmung mit den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) erfolgt, schreibt Orascom.

Zudem forderte die EFSA die Muttergesellschaft im November 2010 auf, die Diskrepanz aufzuheben und ein Pflichtangebot für 3,86 Prozent, welche die 2 Prozent enthalten, zu unterbreiten. Dem kam ODH nach und schloss die Transaktion im Januar ab. Damit hält sie seit dem 19. Januar 99,66 Prozent der Aktien an der Tochter.

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