Jedes Kind kennt es, das «PDF»-Zeichen auf dem Computer, den weissen Kringel im roten Quadrat. Oder das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop, das wohl schon Millionen missratener Ferienschnappschüsse vor der Löschtaste gerettet hat. Grafiker und Medienschaffende nutzen oft den «Illustrator» und das Layout-Programm «In Design». Alle diese Software-Produkte kommen aus dem Hause Adobe aus San Jose (Kalifornien).

Weniger bekannt ist Adobe für seine Marketing-Lösungen. Mit der Übernahme der Basler Software-Firma Day vor knapp vier Jahren konnte sich Adobe eine Schlüsseltechnologie für diesen Bereich zukaufen. Die Büros von Adobe Basel sind nach wie vor mitten in der Stadt, am Barfüsserplatz. Hier entwickeln 70 Personen den Adobe Experience Manager – eine Lösung, mit der Firmen ihre Websites bewirtschaften und analysieren können.

Entspannte Atmosphäre

Die Atmosphäre hier ist genauso cool, wie man sich eine IT-Nerd-Firma vorstellt: Die Räume sind transparent, überall ist eine Geschäftigkeit, aber keine Hektik. An den Glaswänden werden Modelle entworfen, gedankliche Skizzen gezeichnet. «Das können Sie schon mal fotografieren, das sind keine Betriebsgeheimnisse», witzelt Angelo Buscemi, Country Manager Schweiz. Auch er ist, wie die meisten hier in Basel, mit Day zu Adobe gestossen. Und hier geblieben. «Die Übernahme war für uns ein Glücksfall. Adobe ist ein sehr guter Arbeitgeber. Unser Geschäft haben wir weiter ausbauen können und haben damit grossen Erfolg.»

Teamarbeit ist sehr wichtig. Überall sind kleine Gruppen von Mitarbeitern am Tun und Diskutieren. Selbst in der Cafeteria im obersten Stock fragt man sich: Machen die nun wirklich Kaffeepause oder merken sie gar nicht, dass sie eigentlich weiterarbeiten? Egal: Wenn Arbeit so Spass macht, kanns nicht so falsch sein …

Wer Ungestörtheit sucht, findet sie in einem futuristischen Häuschen, einer Mischung von Seilbahnkabine und Arbeitsverrichtungsbox (mit Glastür). «Dieser Container ist leicht verschiebbar und kann auch gezügelt werden», sagt Jean-Michel Pittet, Direktor Engineering bei Adobe Basel. Das Arbeiten von zu Hause aus wird bei Adobe ausdrücklich begrüsst. «Das erlaubt, familiäre Verpflichtungen besser wahrzunehmen», sagt Pittet. Er weiss, wovon er spricht: Er hat vier Kinder. Dafür soll die Zeit, die man zusammen in Sitzungen verbringt, effizient und zielorientiert genutzt werden. Sehr oft werden auch Videokonferenzen abgehalten. Neben der Cafeteria findet sich ein Musikübungsraum mit Schlagzeug und Soundmaschine. «Wir haben eine eigene Combo», sagt Niederlassungsleiter Florian Schaulin schmunzelnd.

Kein Gejammer über den Standort

Mit dem Standort Basel ist man bei Adobe sehr zufrieden. Für einmal hört man kein Gejammer wegen fehlender Parkplätze. Kunden reisen mit dem Zug oder mit dem Flugzeug an. «Da ist man sofort hier», so Schaulin. «Und unsere Mitarbeiter kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Velo.» Man denke nicht daran wegzuziehen, obwohl die Expansionschancen beschränkt sind. Erst eben habe der Hausbesitzer die Lifte ersetzt und die Eingangsbereiche auf Adobe-Firmenimage getrimmt. Eine Verpflichtung beiderseits. Das Highlight des Hauses ist die Dachterrasse: ein unverstellter Blick auf das Münster, auf den Lohnhof, über die Stadt. Im Sommer werden hie und da auch kleine und grössere Partys gefeiert. Mit der Hausband …