Actelion

Actelion, die Jobmaschine

Jean Paul Clozel, CEO Actelion Pharmaceuticas, an der Medienorientierung in Zuerich am 18. Februar 2010.

Actelion bleibt eine Jobmaschine

Jean Paul Clozel, CEO Actelion Pharmaceuticas, an der Medienorientierung in Zuerich am 18. Februar 2010.

Actelion ist ein Phänomen: Baselbieter Biopharma-Firma schafft auch 2010 zusätzliche Arbeitsplätze in der Schweiz. Konzernchef Jean-Paul Clozel und sein Team wollen auch heuer zweistellig wachsen. Die Suche nach einem zweiten Topmedikament wird mit Hochdruck vorangetrieben.

Ruedi Mäder

Noch immer hebt sich die 13-jährige Actelion mit Sitz in Allschwil von etlichen (Biotechnologie-)Unternehmen wohltuend ab. Sie hält sich auf Wachstumskurs, kommerziell und als Arbeitgeber, und sie hat reichlich Pulver im Trockenen. Ende 2009 betrugen die flüssigen Mittel 1,3 Milliarden Franken. Im letzten Jahr schraubte Actelion ihren Umsatz in lokalen Währungen um knapp einen Viertel auf rekordhohe 1,8 Milliarden Franken hinauf. Dabei profitierte man neben Mehrverkäufen auch von Preiserhöhungen namentlich in den USA ( 40 Prozent der Verkäufe).

Ein Blockbuster in 55 Ländern

Actelion vertreibt mittlerweile drei Medikamente, lebt aber noch immer zur Hauptsache von ihrem «Blockbuster» Tracleer (vgl. Tabelle): Diese Arznei gegen Lungenbluthochdruck ist in 55 Ländern eingeführt und trägt vier Fünftel des Actelion-Umsatzes. Der Umsatz in lokalen Währungen stieg um 19 Prozent. Die übrigen knapp 200 Millionen entfallen auf zwei wesentlich kleinere Medikamente, die beide um 40 Prozent zulegen konnten. Der heutige Umsatzrenner Tracleer ist in den USA noch bis Ende 2015 patentgeschützt, in den meisten europäischen Staaten bis Anfang 2017. Man setze alles daran, den Wegfall des Patentschutzes mit der rechtzeitigen Lancierung neuer Hoffnungsträger so gut wie möglich abzufedern, versicherte CEO Clozel auch gestern wieder.

Rückschlag mit Schlafmittel

Parallel zum Umsatz kletterten im letzten Jahr auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf rekordhohe 464 Millionen Franken. Die Actelion-Pipeline repräsentiert – im Idealfall – den Markterfolg von morgen und übermorgen. 11 Substanzen befanden sich Ende Jahr in klinischen Tests, an 25 Projekten wird geforscht. Fünf Wirkstoffe befinden sich im letzten Entwicklungsstadium (Phase III). Grosse Hoffnungen sind mit einem Medikament gegen Schlafstörungen verbunden. Allerdings hatte Actelion just in diesem Fall kurz vor Weihnachten einen Rückschlag melden müssen. Zu den in Kurzzeitstudien aufgetauchten Nebenwirkungen will sich die Firmenspitze nicht konkret äussern.

Neubauten sind in der Allschwiler Firmenzentrale quasi zur Norm geworden. In der zweiten Hälfte 2010 wird das neue Business Center in Betrieb genommen. Spätestens bis Mitte 2011 soll das neue Zentrum für Forschung und klinische Entwicklung folgen; in diesen beiden Segmenten zählte das Biopharma-Unternehmen Ende 2009 rund 970 Beschäftigte. Die Crew wächst weiter. Nach 310 Arbeitsplätzen im Vorjahr sollen heuer 240 Jobs geschaffen werden, davon ungefähr die Hälfte in der Schweiz; hier zählte die Firma Ende Jahr knapp 1000 Beschäftigte. Primär die klinische Entwicklung wird heuer weiter ausgebaut.

Actelion zeigt für 2009 einen leicht höheren Reingewinn von gut 300 Millionen Franken, schüttet aber erneut keine Dividende aus. Finanzchef Andrew Oakley kündigte für 2010 ein Umsatzwachstum im tiefen zweistelligen Bereich und eine Erhöhung des Betriebsgewinns um rund 20 Prozent an.

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