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Abtretender UBS-Chef warnt vor Abstieg des Schweizer Finanzplatzes

"In einigen Bereichen ist man zu weit gegangen": UBS-Chef Sergio Ermotti über die Bankenregulierung in der Schweiz. (Archivbild)

"In einigen Bereichen ist man zu weit gegangen": UBS-Chef Sergio Ermotti über die Bankenregulierung in der Schweiz. (Archivbild)

Der abtretende UBS-Chef Sergio Ermotti hat in einem Zeitungsinterview vor einem Abstieg des Schweizer Finanzplatzes wegen des Brexits gewarnt. Mehrere Länder würden die Regulierung nutzen, um die eigenen Bankinstitute im internationalen Wettbewerb zu bevorzugen.

"Nach dem Brexit werden die Briten mit aller Kraft versuchen, den Finanzplatz zu stärken. Durch eine strenge, aber pragmatische Regulierung", sagte Ermotti in einem Interview mit den "CH Media"-Zeitungen vom Samstag. "In der Schweiz fehlt dieser Pragmatismus manchmal."

Die Schweiz sei zwar aus politischer und regulatorischer Sicht weiterhin ein Standortvorteil für eine Grossbank, sagte der 59-jährige Tessiner. Die Schweiz müsse aber aufpassen, dass sie nicht ins Hintertreffen gerate. "Unser Referenzpunkt muss der Finanzplatz London sein."

Die Vorschriften in der Schweiz seien zu streng geworden, sagte der Banker weiter. "Dass es Verschärfungen gab, war wichtig und richtig. Aber in einigen Bereichen ist man zu weit gegangen." Auch ein "Missbrauch der direkten Demokratie" mit "extremen Volksinitiativen" habe zusätzlich Unsicherheit geschaffen.

Ermotti ist seit 2011 Konzernchef der UBS und soll im Herbst vom Chef des niederländischen Geldhauses ING, Ralph Hamers, als Konzernleiter abgelöst werden. Im Interview äusserte sich Ermotti nur vage zu seiner beruflichen Zukunft. Auf die Frage, ob er 2022 ins Präsidium der UBS wechseln wolle, erklärte er, er beantworte keine hypothetischen Fragen und er strebe keine Mandate an. Einen Wechsel zur Konkurrentin Credit Suisse, wo Präsident Urs Rohner 2021 abtritt, kann sich Ermotti nicht vorstellen. "Für mich ist das kein Thema. Für mich ist die UBS die beste Bank der Schweiz."

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