Industrie

ABB verzeichnet im zweiten Quartal deutliche Umsatzeinbrüche

ABB rechnet für das dritte Quartal mit einer leichten Erholung der Auftragslage.

ABB rechnet für das dritte Quartal mit einer leichten Erholung der Auftragslage.

Der weltweit tätige Elektrotechnikkonzern ABB hat unter der Coronakrise gelitten. Wie die aktuellen Finanzzahlen des Unternehmens zeigen, verschlechterte sich die Auftragslage im zweiten Quartal deutlich.

(agl) Die Auftragseingänge gingen von April bis Juni um insgesamt 18 Prozent zurück, teilte ABB am Mittwoch mit. Am stärksten war der Rückgang mit 26 Prozent auf dem amerikanischen Markt, am tiefsten in Asien mit 11 Prozent. Die verringerte Nachfrage sorgte für einen Umsatzrückgang von 14 Prozent auf rund 6,2 Milliarden US-Dollar, das operative Betriebsergebnis sank um 21 Prozent. Einzig der Geschäftsbereich Antriebstechnik hat sich gemäss der Mitteilung positiv entwickelt. Dies unter anderem wegen einer kräftigen Erholung in China.

Trotz des Umsatzeinbruchs vermeldet ABB für das zweite Quartal eine deutliche Steigerung des Konzerngewinns auf 395 Millionen Dollar. Der auf ABB entfallende Teil von 319 Millionen erhöhte sich gar um 398 Prozent. Grund sind gemäss der Mitteilung wegfallende Belastungen durch den Verkauf der Wechselrichter-Sparte an das italienische Unternehmen Fimer.

Für das erste Halbjahr 2020 ergibt sich für ABB insgesamt ein Umsatzrückgang von 12 Prozent, das operative Betriebsergebnis ging um 19 Prozent zurück. Dank dem Verkauf an Fimer steigerte sich der an ABB entfallende Konzerngewinn insgesamt um 16 Prozent.

Erholung des Umsatzes frühestens im vierten Quartal

Ende Juli rechnet ABB damit, dass sich die Auftragslage im dritten Quartal wieder etwas erholen wird. Der Umsatz dürfte jedoch weiterhin stark beeinträchtigt sein und sich «frühestens im vierten Quartal etwas erholen», heisst es in der Mitteilung.

Nach dem ersten Quartal meldete ABB im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 21 Prozent beim Reingewinn, der Umsatz ging um 6 Prozent und die Auftragseingänge um 4 Prozent zurück. Das Unternehmen ging im April davon aus, dass sich die Krise erst im zweiten Quartal wirklich auf die Geschäftszahlen auswirken dürfte und erwartete deutlich sinkenden Umsatz und Auftragseingang. Eine Prognose für das Jahr 2020 wagte ABB nach dem ersten Quartal nicht, CEO Björn Rosengren schloss im April auch Entlassungen nicht aus.

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