Industrie

ABB mit höherem Umsatz und Betriebsgewinn

Das Werk der ABB Turbo Systems in Baden: Der Konzern freut sich über mehr Gewinn als im Vorjahr.

Das Werk der ABB Turbo Systems in Baden: Der Konzern freut sich über mehr Gewinn als im Vorjahr.

Für ABB scheint die Durststrecke der vergangenen Jahre vorerst vorbei zu sein. Die anziehende Weltwirtschaft, eine Akquisition und positive Währungseffekte bescheren dem Technologiekonzern steigende Umsätze und einen höheren Betriebsgewinn. Und die Nachfrage sorgt für Optimismus.

Der Elektrotechnikkonzern steigerte die Bestellungen im ersten Quartal 2018 um 16 Prozent auf 9,77 Milliarden US-Dollar, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich noch ein Plus auf vergleichbarer Basis von 6 Prozent. Besonders gut war die Nachfrage in Asien.

In der Region Asien, Naher Osten und Afrika (AMEA) stieg der Auftragseingang um 20 Prozent. In der Region Amerika blieb er stabil. In Europa resultierte trotz einer regen Nachfrage im Bahnsektor, im Bereich Spezialschiffe und in der Prozessindustrie ein Rückgang des Auftragseingangs um 3 Prozent.

Der Zukauf des Steuerungsherstellers Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik (B&R) wirkte sich mit einem Plus von 3 Prozent auf den Auftragseingang aus. Für das österreichische Unternehmen hatte ABB knapp zwei Milliarden Franken auf den Tisch gelegt.

10 Prozent mehr Umsatz

Von Januar bis März legte der Umsatz um 10 Prozent auf 8,63 Milliarden US-Dollar zu. Rechnet man Konsolidierungs- und Währungseffekte von 2 Prozent beziehungsweise 7 Prozent heraus ergibt sich noch ein Plus von 1 Prozent.

In der Division Robotik und Antriebe und der Division Elektrifizierungsprodukte stieg der Umsatz aufgrund des anhaltend soliden Auftragswachstums. Dem standen der stabile Umsatz in der Division Industrieautomation und der Umsatzrückgang in der Division Stromnetze entgegen. Im Servicegeschäft wuchsen die Erlöse um 8 Prozent.

Das operative Ergebnis (Ebita) stieg um 12 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar. Der Reingewinn sank dagegen um 21 Prozent auf 572 Millionen Dollar. Allerdings hatte ABB in der Vorjahresperiode vom Verkauf des Hochspannungskabelgeschäfts für 934 Millionen Dollar an NKT Cables profitiert. Ohne diesen Sondereffekt hätte der Konzerngewinn denjenigen des Vorjahres übertroffen.

Etwas Entlastung für Spiesshofer

Mit den vorgelegten Zahlen hat ABB die Erwartungen der Analysten vor allem beim Auftragseingang und beim Umsatz deutlich übertroffen. "ABB ist gestärkt und fokussiert aus dem Übergangsjahr 2017 hervorgegangen", wird ABB-Chef Ulrich Spiesshofer im Communiqué zitiert.

Mit dem anziehenden Auftragseingang verschaffte sich der seit 2013 amtierende Konzernchef etwas Luft. Angesichts der seit vier Jahren stagnierenden Umsätze und des schleppenden Aktienkurses steht Spiesshofer unter Druck der Aktionäre, bessere Zahlen zu liefern.

Bei den Investoren kamen die Zahlen gut an. Bis 10 Uhr stieg der Kurs der ABB-Aktie um 4 Prozent bei einem insgesamt leicht schwächeren Gesamtmarkt (SMI).

Positive Signale

Aus dem Bestellungseingang schöpft ABB Zuversicht, der Ausblick bleibt dennoch unverändert zu demjenigen vom Februar. Die makroökonomischen Signale für Europa und die USA seien positiv und in China erwarte man weiterhin Wachstum, stellt ABB im Ausblick fest.

Die globalen Märkte wüchsen wieder, seien aber von Unsicherheiten in verschiedenen Teilen der Welt geprägt. Der Ölpreis und Währungseffekte würden das Unternehmensergebnis voraussichtlich weiterhin beeinflussen.

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