Studie

Aargau vorn im Kantonsvergleich

Gemäss einer Studie hat der Aargau von allen Kantonen das beste Steuerungssystem für seine Beteiligungen.

Kanton Aargau

Gemäss einer Studie hat der Aargau von allen Kantonen das beste Steuerungssystem für seine Beteiligungen.

Wie steuern Kantone ihre Unternehmensbeteiligungen? Was ist ihre Strategie? Avenir Suisse ging solchen und anderen Fragen nach und verteilte dem Aargau die Bestnote zum Steuerungssystem kantonaler Beteiligungen.

Von Mathias Küng

Aus historischen Gründen sind die Kantone Eigentümer von diversen Unternehmen. Etwa von Kantonalbanken, Elektrizitätswerken oder Gebäudeversicherungen. In jüngster Zeit wurde deren Leistungserbringung wie Energie, Bildung, Verkehr oder Gesundheit vermehrt in rechtlich eigenständige Gesellschaften ausgelagert. Auf diese Weise wird eine kantonale Verwaltung zunehmend zu einer Art Konzern, die an privatwirtschaftlich orientierten Unternehmen beteiligt ist.

Gesamtschweizerisch bestehen derzeit rund 1000 solcher Beteiligungen an etwa 600 Unternehmungen. Diese wurden in den Bilanzen der Kantone Ende 2007 mit einem Wert von rund 8,3 Milliarden Franken sehr konservativ geführt. Der tatsächliche Wert dürfte weit höher liegen. So ist beispielsweise allein das 52-Prozent-Paket des Kantons Bern an der BKW fast 4 Milliarden wert.

Im Aargau betreffen solche Beteiligungen beispielsweise die Aargauische Kantonalbank AKB (100 Prozent), die AEW Energie AG (100 Prozent), die Axpo Holding AG (14 Prozent) und andere mehr. In diesen Unternehmungen ist hier wie in anderen Kantonen sehr viel «Volksvermögen» gebunden. Da muss es interessieren, wie die Kantone dieses managen. Urs Meister ist für den bürgerlichen Think-Tank Avenir Suisse dieser Frage in einem umfassenden Kantonsmonitoring nachgegangen. Das Ergebnis wurde am Donnerstag in Bern in Buchform vorgestellt.

Aargau vor Waadt und Luzern

Das Hauptergebnis in Form eines Beteiligungsmanagement- Indexes sei vorweg genommen: Der Aargau schwingt darin mit fast 80 Indexpunkten obenauf, gefolgt von der Waadt (71), Luzern und dem Jura mit je rund 60, Baselland mit rund 56 und Zürich mit rund 49 Punkten. Weit hinten folgt Bern (rund 31), abgeschlagen Solothurn (rund 13 Punkte). Bewertet wurden strategisches Management, Steuerung/ Controlling und Transparenz der Rechnungslegung.

Zu denken geben muss, dass laut Urs Meister heute nur Aargau, Waadt, Luzern und Jura fundierte Grundlagen für ein systematisches Beteiligungsmanagement haben. Kantone wie Bern, Zürich, Baselland und andere sind dabei, die entsprechenden Prozesse anzupassen. Das Departement Finanzen und Ressourcen in Aarau reagierte am Donnerstag via Communiqué natürlich erfreut auf die Bewertung und will Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung des eigenen Steuerungssystems prüfen.

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