Sie wurde wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Der Staatsanwalt hatte in der Verhandlung Anfang Juli für die Beschuldigte aus dem Bündnerland eine Freiheitsstrafe von 11 Jahren gefordert. Er war von einem geplanten und versuchten Mord ausgegangen. Laut Anklage hatte die dreifache Mutter aus Geldgier gehandelt. Der Verteidiger verlangte sechs Jahre Freiheitsentzug wegen versuchter schwere Körperverletzung.

Der Tatablauf vom 9. Dezember 2012 war vor dem Bezirksgericht unbestritten. Die Beschuldigte war am Vortag mit ihrem Auto zu ihrer damals 72-jährigen Mutter nach Küsnacht ZH zu einem Geburtstagsfest gefahren und übernachtete im Gästezimmer.

Am Morgen erwachte die Tochter kurz nach 6 Uhr, begab sich mit einer Hirsch-Skulptur ins Schlafzimmer ihrer schlafenden Mutter und drückte ihr zunächst während rund 15 Sekunden ein Kissen auf das Gesicht.

Weil sich das Opfer heftig wehrte und zu schreien begann, ergriff die Tochter daraufhin die 500 Gramm schwere Hirsch-Skulptur und schlug damit wiederholt auf den Kopf der Mutter ein.

Die 72-Jährige erlitt erhebliche Kopf- und Armverletzungen, überlebte jedoch die Attacke. Die Tochter wurde noch am selben Tag auf einer Autobahn-Raststätte festgenommen.