Sie ist silbern, grün oder gelb. Manchmal ist sie auch rot, schwarz oder golden: Keine andere Karte schimmert so bunt aus dem Portemonnaie wie die Kreditkarte. Rund 6,3 Millionen Stück sind hierzulande im Umlauf, gut zwei Drittel aller Haushalte besitzen gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) mindestens eine davon.

Vor allem auch jetzt, in der Ferienzeit, werden die Kreditkarten wieder öfters gezückt, würde man meinen. Doch in der Rangliste der beliebtesten Zahlungsmittel schafft es die Kreditkarte nur auf Rang drei, wie eine aktuelle Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis.ch zeigt.

Favorit der über 1300 befragten Kreditkartennutzer ist die Debitkarte. Fast die Hälfte, 44 Prozent, zieht es vor, mit Karten wie der Maestro- und die Postcard zu zahlen. Auf Platz zwei folgt das Bargeld: Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) tätigt seine Einkäufe oder zahlt Dienstleistungen am liebsten mit Münzen und Scheinen. Erst weit abgeschlagen, mit 17 Prozent, erwähnen die Befragten die Kreditkarte, zum Beispiel Visa, Mastercard und Americanexpress.

Nur 4 Prozent «Auslandnutzer»

Die Kreditkartennutzer wurden zudem anhand der Umfrageresultate in sechs Gruppen unterteilt. Hierbei stehen mit 36 Prozent die «Alltagsnutzer» an der Spitze: Diese machen bei alltäglichen Einkäufen meistens oder immer von der Kreditkarte Gebrauch. Etwas mehr als jeder fünfte Befragte (24 Prozent) gehört der Kategorie «Gelegenheitsnutzer» an.

Weitere 14 Prozent besitzen eine Kreditkarte, um für Notfälle gerüstet zu sein. Es folgt die Gruppe der «Freaks» (12 Prozent), welche die Kreditkarte meistens oder immer benutzt. Die «Only-Onliner», zu der jeder zehnte Kunde zählt, haben sich für eine Karte entschieden, die sie fast ausschliesslich fürs Shopping im Internet gebrauchen. Am wenigsten verbreitet sind die «Auslandsnutzer»: Nur vier Prozent der Befragten setzt die Kreditkarte überwiegend im Ausland ein.

Musterkunde zahlt Fr. 110.75

Für Personen, die viel auf Reisen sind oder ihre Kreditkarte häufig während der Ferien im Ausland gebrauchen, hat Comparis.ch für die «Nordwestschweiz» ein Nutzerprofil erstellt (siehe Tabelle unten): Der Musterkunde macht 15 000 Franken Jahresumsatz, davon 12000 im Ausland, pro Jahr zwei Bancomat-Bezüge im Ausland über 300 Euro.

Für die Berechnungen berücksichtigt wurden die Gratis-Kreditkarten von Coop und Migros sowie Standard-Kreditkarten von ausgewählten Banken. Mit Berücksichtigung aller Kosten kommt die Kreditkarte von Postfinance am günstigsten weg. Bei der Tochtergesellschaft der Post belaufen sich die jährlichen Gesamtkosten auf Fr. 110.75.

Tabelle 1

Tabelle 2

Fussnote

Leistungen sind verschieden

Teurer sind die Karten bei Kantonalbanken, der Raiffeisen Bank aber auch anderen Regionalbanken. Die Preise schwanken, weil sich die verschiedenen Karten bei den enthaltenen Leistungen wie zum Beispiel Versicherungen und Bonusprogramme unterscheiden. Ausserdem sind die Gebühren für Transaktionen in Fremdwährungen beziehungsweise im Ausland von Bank zu Bank verschieden.