Goldman Sachs

550 Millionen Dollar: Goldman Sachs zahlt die Zeche für Falschinformationen

Müssen tief in die Kasse greifen: Goldman-Sachs-Chefs Craig Broderick und Gary Cohn.

Müssen tief in die Kasse greifen: Goldman-Sachs-Chefs Craig Broderick und Gary Cohn.

Im Streit um ein dubioses Finanzprodukt haben sich die US-Investmentbank Goldman Sachs und die US-Börsenaufsicht SEC auf einen Vergleich in Rekordhöhe geeinigt.

Goldman Sachs werde 550 Millionen Dollar (knapp 425 Millionen Euro) zahlen, weil das Unternehmen wichtige Informationen zu Finanzprodukten falsch dargestellt und verschwiegen habe, teilte die SEC mit.

Die SEC hatte eine Zivilklage wegen Betrugs gegen das Unternehmen angestrengt. Die in der Kritik der Behörde stehende Anlage namens "Abacus" basierte auf faulen Krediten, die für den Beginn der Finanzkrise in den USA und der darauf folgenden weltweiten Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht werden.

Die Börsenaufsicht wirft Goldman Sachs vor, das kritisierte Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann. Goldman Sachs habe dabei verschwiegen, dass einer ihrer wichtigsten Kunden, der Investmentfonds Paulson, auf die Schaffung des Produktes gedrungen habe und gleichzeitig auf den Verfall der Papiere wettete.

Hinter dem Finanzprodukt standen laut SEC sogenannte forderungsbesicherte Wertpapiere (CDOs). Diese gelten als ein Auslöser der Finanzkrise. In ihnen sind viele Kredite gebündelt, wodurch sich theoretisch die Gefahr von Zahlungsausfällen verringern soll. Die Kreditbündel wurden weltweit gehandelt. Da die Banken vor allem in den USA vor der Krise aber viele faule Kredite vergaben, bei denen die Kreditnehmer ihre Schulden nicht mehr begleichen konnten, verloren auch die CDOs massiv an Wert.

Den Anlegern habe Goldman Sachs zugesichert, die Anlagen hinter dem Finanzprodukt seien von einem unabhängigen Dritten ausgewählt worden, erklärte die SEC. Tatsächlich sei das Portfolio aber von Paulson beeinflusst worden. Der Fonds habe zudem gleichzeitig begonnen, auf einen Absturz des Marktes zu wetten. Paulson zahlte Goldman Sachs für die Schaffung des Finanzproduktes laut SEC 15 Millionen Dollar.

Die Anleger des Produktes verloren laut SEC insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar. Unter den Betroffenen waren auch die beinahe Pleite gegangene deutsche Mittelstandsbank IKB und die britische Royal Bank of Scotland (RBS). Von der Rekordstrafe gehen 250 Millionen Dollar an die Geschädigten, der Rest fließt in die Staatskasse.

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