Alexander von Witzleben

3000 Franken Jahreslohn: Das ist der billigste CEO der Welt

«In vier Jahren werden wir sehen, ob es eine gute Idee war.» – CEO für Alexander von Witzleben. (Archiv)

«In vier Jahren werden wir sehen, ob es eine gute Idee war.» – CEO für Alexander von Witzleben. (Archiv)

Dem Chef von Arbonia Forster bleiben Ende Jahr nach allen Abzügen gerade noch etwa 3000 Franken auf dem Konto. Der Rest seines Salärs besteht aus gesperrten Aktien.

Der Industrielle Michael Pieper, Anker-Investor von Arbonia Forster, macht sein Toppersonal gern zu Unternehmern. Sie erhalten wenig Fixlohn, viele Aktien und fertig. Komplizierte Erfolgskriterien gibt es nicht.

Pieper, Aargauer Unternehmer, und Alexander von Witzleben, der thüringischem Uradel entstammt, einigten sich gemäss Recherchen der „Schweiz am Sonntag“ auf ein Lohnmodell, das von Witzleben als CEO und Verwaltungsratspräsidenten des Bauzulieferers Arbonia Forster wie einen Unternehmer einband.

Von Witzleben erhält viele Aktien zugesprochen, die aber erst einmal gesperrt sind. Dazu erhält er vergleichsweise wenig Bargeld. Nach Abzahlung von Steuern und Sozialabgaben blieben davon im Jahr 2015 bar noch die 3000 Franken übrig. Der Deal lohnt sich für ihn nur, wenn die AFG-Aktie kräftig an Wert zulegt. Komplizierte Erfolgs-Kriterien, wie sie bei manchem Konzern Seite um Seite füllen, gibt es nicht.

«Der Ansatz war, die Interessen der Aktionäre und meine als sozusagen oberster Angestellter möglichst in Einklang zu bringen», sagte Alexander von Witzleben der „Schweiz am Sonntag“. Misslinge der Turnaround von AFG, werde er nicht viel von den Aktien haben. «Dann habe ich mehrere Jahre umsonst gearbeitet.» Habe er hingegen Erfolg, sei sein Engagement finanziell sehr attraktiv. «In vier Jahren werden wir sehen, ob es eine gute Idee war.»

Konkret rechnet sich das AFG-Modell so: Von Witzleben erhält für seine Arbeit 2015 rund 140 000 Franken in bar ausbezahlt und AFG-Aktien im Wert von 390 000 Franken gutgeschrieben – total 530 000 Franken. Wobei die Aktien vier Jahre lang gesperrt sind und erst dann zugeteilt werden. Er muss jedoch bereits dieses Jahr auf die totale Vergütung von 530 000 Franken seine Steuern zahlen, und zwar als Deutscher eine Quellensteuer von 20 Prozent.

Nach Abzug von AHV und Sozialabgaben bleiben vom Bargeld von 140 000 am Schluss noch die rund 3000 Franken übrig. Der Chef-Analyst der Neuen Helvetischen Bank, Remo Rosenau, hat sich den Vergütungsbericht von AFG angeschaut und hält ihn für «einfach und klar» sowie «maximal aktionärsfreundlich».

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