"Aber wir werden wohl in diesem Jahr unter der Marke von vier Millionen bleiben", sagte Scholz in einem Interview mit dem Magazin "Spiegel". Ähnlich hat sich die Bundesagentur für Arbeit geäussert, die am Dienstag die Statistik für August und damit die letzten Arbeitslosenzahlen vor der Bundestagswahl vorlegen wird.

Im Juli war die Zahl der Arbeitslosen um 52'000 auf 3,462 Millionen gestiegen. Scholz widersprach der Darstellung, die Arbeitgeber hielten sich mit Rücksicht auf die Wahl mit Freistellung zurück und nach dem Amtsantritt der neuen Regierung drohe eine Entlassungswelle. "Das ist Unsinn", sagte der Minister.

Aus seinen Gesprächen mit Personalchefs und Betriebsräten der wichtigsten Unternehmen habe er nicht den Eindruck gewonnen, dass die Kurzarbeiter alle "die Entlassenen von morgen" sein würden. Vielmehr begriffen viele Firmen mittlerweile, dass der Fachkräftemangel sie in den nächsten Jahren schon stark treffen werde.

In den kommenden zwei Jahrzehnten würden überall qualifizierte Arbeitnehmer fehlen. Dem müsse massiv gegengesteuert werden, sagte Scholz.