Das teilte die Fédération romande des consommateurs (FRC) am Donnerstag mit. Das Einreichen der Schadenersatzklage von Schweizer Konsumenten vor dem Gericht in Braunschweig noch vor Ablauf des Jahres ermögliche es, die Verjährungsfrist einzuhalten und ein Verfahren gegen den deutschen Automobilkonzern Volkswagen einzuleiten.

Die Zahl der eingereichten Klagen sei "sehr zufriedenstellend" und zeuge von einer "starken Betroffenheit", sagte die Leiterin der Rechts- und Politikabteilung des FRC, Florence Bettschart, der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage. "Wir dürfen nicht vergessen, dass seit dem Bekanntwerden des Abgasskandals zwei Jahre vergangen sind."

Die Schweiz ist das zweite Land, das eine Sammelklage beim Gericht in Braunschweig einreicht. Anfang November wurde bereits eine Sammelklage von 15'000 deutschen Kunden übergeben.

Die Forderungen belaufen sich auf insgesamt 360 Millionen Euro (418 Millionen Franken). Klagen aus Österreich, Slowenien und Litauen sollen in den kommenden Wochen folgen.

"Widerrechtliche Täuschung"

Einer Klage der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) gegen VW und die Schweizer Generalimporteurin Amag haben sich über 5000 Autobesitzer angeschlossen. Die Fahrzeughalter sollen Anspruch auf je 3000 bis 7000 Franken Schadenersatz haben. Die Klage wird nach Angaben des SKS Ende nächster Woche vor dem Handelsgericht des Kantons Zürich eingereicht.

Bereits Anfang September hatte der SKS beim selben Gericht eine Verbandsklage gegen Amag und VW deponiert. Die Klage lautete auf widerrechtliche Täuschung bei den Abgas-Manipulationen.

In der Schweiz waren rund 180'000 Kunden vom Abgasskandal betroffen. Weltweit hatte VW etwa 11 Millionen seiner Autos mit einer Schummel-Software ausgestattet.