Der Industriekonzern Alstom plant an den Standorten Baden, Birr, Turgi und Oberentfelden bis zu 1300 Stellen abzubauen. Das teilt der Konzern am Mittwoch in einem Communiqué mit. Eine Schliessung von Standorten ist nicht vorgesehen.

Das Unternehmen habe die Mitarbeiter heute Mittwoch über die Pläne informiert, heisst es in der Mitteilung weiter. Den betroffenen Mitarbeitern werde Unterstützung und Hilfe angeboten.

Alstom-Abbau: So reagieren Mitarbeiter, Politiker und Gewerkschafter

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Der Abbau ist eine Folge davon, dass der US-Konzern General Electric (GE) die Energiesparte von Alstom übernimmt. Der Deal war im letzten Jahr beschlossen worden. Alstom konzentriert sich nach dem Ausstieg aus dem Energiegeschäft auf seine Zugsparte.

Abbau auch ohne GE-Alstom-Deal

Bei GE betont man: «Ein bedeutender Stellenabbau wäre auch ohne den GE-Alstom-Deal unumgänglich gewesen», sagt GE-Manager Philippe Cochet, der zuvor Leiter von Termal Power bei Alstom in Baden war. «Dies, weil die Bereiche Gas- und Dampfkraft unter Druck sind. Zwischen 2008/09 und 2014/15 ist der Markt für neue Wärmekraftwerke in Europa um den Faktor 7 geschrumpft.»

Cochet betont, dass die Pläne aufgrund der Marktsituation und der im Aargau angesiedelten Geschäftsfelder gemacht wurden. «Der starke Franken spielte bei unseren Überlegungen keine Rolle. Im Gegenteil: Mit der Positionierung der beiden Hauptsitze von GE Power Services und GE Steam Power Systems in Baden demonstriert GE sein Engagement für den Standort Schweiz. Mit den jetzt geplanten Massnahmen ist der Standort gut aufgestellt, um von einem potenziellen zukünftigen Marktwachstum zu profitieren.»

Ursprünglich: Keine Arbeitsplätze gefährdet

Vom Verkauf der Energiesparte an GE sind gemäss früheren Informationen rund 6500 Angestellte in der Schweiz betroffen. Ursprünglich hiess es, es seien keine Arbeitsplätze gefährdet. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hatte dies nach Gesprächen mit der Alstom-Spitze im Juli gesagt. Nun soll es trotzdem eine Restrukturierung geben.

Die nach der Übernahme neu formierte Energiesparte von General Electric umfasst sechs Divisionen. Zwei davon – Power Services und Steam Power Systems – haben ihren Hauptsitz in Baden. An den Aargauer Standorten Baden, Birr und Turgi beschäftigt Alstom noch rund 5500 Mitarbeiter. Damit ist jeder vierte Mitarbeiter des Unternehmens von den Restrukturierungen betroffen.

Anfangs September 2015 hatte die EU-Kommission die über 12 Milliarden Euro schwere Übernahme der Energiesparte von Alstom durch General Electric (GE) unter Auflagen genehmigt. GE musste einen Teil des Gasturbinen-Geschäfts von Alstom an die italienische Ansaldo Energia verkaufen.

Alstom streicht 1300 Arbeitsplätze: Das sagt die Gewerkschaft

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