Sollen sich Schüler und Schülerinnen aus regligiösen Gründen vom Turn- und Schwimmunterricht, vom Schullager und der Sexualkundeunterricht dispensieren lassen können? Die Antworten auf diese Frage im Smartvote-Katalog auf aargauerzeitung.ch ist eindeutig und lautet Nein.

Die Kandidierenden für den Grossen Rat und den Regierungsrat gaben bei den Kommentaren und Begründungen für das Nein immer dieselben Gründe an. Die meisten sprechen dabei auch den islamischen Glauben an.

Trennung von Staat und Kirche

Trotz Religions- und Glaubensfreiheit wird Staat und Kirche getrennt und somit auch die Schule von Religion. «Die Bildung ist eine staatliche Einrichtung, demnach haben Dispense aus religiösen Gründen an der Schule keinen Platz», schreibt Jeanine Glarner aus der FDP Lenzburg.

Beim Schwimmunterricht soll es ebenfalls keine Dispense mehr geben. «Mädchen können sogenannte Burkinis tragen», schreibt Michael Merkli der BDP Baden.

«Integration findet gemeinsam statt»

Der zweite Grund für ein Nein ist die Integration, wie auch Hanspeter Schlatter der SVP Brugg findet: «Integration findet gemeinsam und nicht getrennt statt. Es sind alle gleich zu behandeln.»

Auch Stefan Meichssner aus der glp Aarau erwähnt die beiden Punkte. «Die Religionsfreiheit ist gewährleistet. Sie befreit jedoch nicht von der Pflicht, staatliche Gesetze zu befolgen. Unsere Schule ist zentraler Ort für die Integration, was nicht untergraben werden darf», schreibt er dazu.

Sexualkundeunterricht ist eine Ausnahme

Einzig der Sexualkundeunterricht führt zu Abweichungen. Die EDU und die EVP äusserten sich im Gegensatz zu den anderen Parteien dazu. Sexualkunde habe nichts mit dem Glauben zu tun und sei deshalb eine Ausnahme: «Hier soll eine Dispensation als Ultima ratio erhalten bleiben. Die Sexualerziehung ist primär Sache der Eltern», kommentiert Joel Blunier der EVP Aarau.

Bei der Grafik der Antworten ist zu bemerken, dass bei der SD nur zwei Kandidaten die Fragen auf Smartvote beantwortet haben und auch bei der SLB waren es wenige. Für die Position der Partei wurde der Mittelwert der Antworten ermittelt.