Nur noch eineinhalb Wochen: Am 21. Oktober werden aus 1100 Kandidatinnen und Kandidaten die 140 Mitglieder des Grossen Rats gewählt. Eine riesige Auswahl.

Wie stehen die Kandidaten zum Atomausstieg, würden sie ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle im Aargau akzeptieren, befürworten sie ein geschlossenes Lager für straffällige Asylbewerber?

Das sind natürlich wichtige Fragen. Um sich ein Bild von den Politikern zu machen, kann es aber auch ganz interessant zu wissen sein, was sie in ihrer Freizeit so tun.

Politiker mit Bewegungsdrang

Dank der Zusammenarbeit mit der Online-Wahlhilfe Smartvote können sich az-Leser auch darüber informieren.

Was die Auswertung der Smartvote-Profile der Kandidaten zum Beispiel zeigt: Ob und wie auch immer sich die politischen Kräfteverhältnisse verschieben, das neue Parlament wird ein sportliches sein.

Sei es auf dem Mountainbike, der Skipiste, dem Fussballplatz oder in der Männerriege: Rund die Hälfte der Grossratskandidaten treibt aktiv Sport. Zählt man jene dazu, die zumindest Wandern oder allgemein Freizeitaktivitäten in der Natur zu ihren Hobbys zählen, ist davon auszugehen, dass in der nächsten Legislatur höchstens jeder fünfte Grossrat ein Bewegungsmuffel sein wird.

Ein ausgeprägtes Gesundheits- und Körperbewusstsein hat sich in der Politik absolut parteiübergreifend etabliert.

Wobei einzelne Politiker erstaunliche sportliche Ambitionen an den Tag legen: BDP-Kandidat Emmanuel Schiess (Lenzburg) «liebt Rugby über alles», FDP-Mann Reto Leiser (Aarau) ist Triathlet. «Ich bin ein begeisterter Marathonläufer», sagt SP-Kandidat Gunthard Niederbäumer (Frick) von sich, und der Bettwiler Ammann Wolfgang Schibler (SVP) erklimmt auf dem Velo «möglichst hohe Pässe».

Keine parteitypischen Hobbys

Weniger Musse finden die Politiker für die musischen Freuden. Als Musikanten oder Sänger sind in der Freizeit nur rund zehn Prozent der Kandidaten unterwegs, die in ihrem Smartvote-Profil Auskunft über die Hobbys geben.

Tendenziell widmen sich CVP- und EVP-Politiker eher den Künsten als die Kandidaten aus anderen Parteien. Generell lassen sich aus den Freizeitvorlieben aber kaum eindeutige Rückschlüsse auf die politische Ausrichtung ziehen.

Auffällig ist allenfalls, dass traditionsbetonte Sparten wie das Schiesswesen eine bevorzugte Domäne der SVP sind. Es gibt aber auch den SP-Jasser (zum Beispiel Markus Schumacher, Küttigen) und den SVPler, der am liebsten Reggae hört (Milo Stutz, Hendschiken). Apropos: Ein Hobby von alt Grossratspräsident Theo Voegtli (CVP, Böttstein), immerhin auch schon 57, sind Rockkonzerte. Parteikollegin Alexandra Abbt (Islisberg) hat sich der Imkerei verschrieben, FDP-Kandidat Daniel Leuthard (Rombach) der Bonsai-Pflege und der Grünliberale Michael Derrer (Rheinfelden) dem Tango Argentino.