René Kunz wollte in den Regierungsrat. Nun ist das Urgestein der Aargauer Schweizer Demokraten nicht einmal mehr Grossrat. «Am 15. März ist mit Politik Schluss», verkündet der Abgewählte. Abgewählt wurde Kunz, weil seine Partei im Bezirk Kulm an der 5-Prozent-Hürde scheiterte. «Es wird also im Grossen Rat eine aktive und oppositionelle Stimme weniger geben, die den Regierenden auf die Finger schaut. Mein politisches Engagement für Volk und Heimat war jederzeit ehrlich gemeint. Ich habe nie - im Gegensatz zu anderen Volksvertretern - aus Eigennutz politisiert und gehandelt. Manchmal war ich im Rat auch das Salz in der Suppe», bilanziert Kunz.

Kunz ist nicht der einzige, der an der 5-Prozenthürde hängenbleibt. Das gilt auch für Dragan Najman, SD und die beiden Vertreter der Sozial Liberalen Bewegung (SLB), Samuel Schmid und Beat Leuenberger. 

Schlecht goutiert haben die Wähler und Wählerinnen auch Parteiwechsel in der letzten Legislatur. Vier der fünf Grossräte, die die Partei gewechselt haben, wurden jetzt abgewählt. Nebst Samuel Schmid (hat von der EDU zur neuformierten SLB gewechselt) und Beat Leuenberber (von der SVP zur SLB), trifft es auch Martin Bhend (von der EVP zur FDP) und Christine Haller (von der SP zur GLP). Einzig der Rheinfelder Roland Agustoni, der von der SP zu den Grünliberalen gewechselt war, wurde wiedergewählt.

Weniger Frauen

Abgewählt wurde überraschend Ivica Petrusic, der Präsident der second@s plus Aargau. Er wurde gleich von drei neu angetretenen SP-Kandidatinnen und Kandidaten überholt.

Die Zahl der Frauen im Grossen Rat stieg von 37 auf 44, was im 140 Mitglieder zählenden Grossen Rat einem Anteil von 31,4 Prozent entspricht. Das Durchschnittsalter aller Grossratsmitglieder sank im Vergleich zur Wahl 2009 von 49,71 auf 45,58 Jahre. (rsn)