Grossrat

Er zieht als Jüngster ins neue Aargauer Parlament

Adrian Meier aus Reinach ist neuer FDP-Grossrat

Adrian Meier aus Reinach ist neuer FDP-Grossrat

Mit viel Elan startet der 22-jährige FDPler seine Karriere im Grossen Rat. Dass Adrian Meier nun Grossrat ist, verdankt er nicht zuletzt seinen Freunden und seinem Bruder, der mit ihm unzählige Plakate aufgehängt und Flyer verteilt hat.

Als Adrian Meier im Foyer des Grossratsgebäudes steht und auf der Leinwand seinen Namen in grüner Farbe erscheinen sieht, bricht es aus ihm hervor. Jubelnd umarmt er seine Parteikollegin, die bestätigte Jeanine Glarner. «Ich glaube, ich war so aus dem Häuschen, dass ich jemandem versehentlich auf die Füsse trat», Auch am Tag nach der Wahl in den Grossen Rat ist das Strahlen nicht aus seinem Gesicht gewichen.

Denn bereits als Teenager wusste der Reinacher: «Ich will in die Politik.» Damals verfolgte der Bezirksschüler die Entwicklung der Schweiz und seines Heimatkantons mit grossem Interesse. Initialzündung sei aber der Grossratswahlkampf im Winter 2009 gewesen. «Diese Politiker faszinierten mich mit ihrem Enthusiasmus.» Und so wälzte er neben seinen Studienbüchern für Betriebsökonomie die Parteiprogramme. «Jenes der FDP entsprach am meisten meinen eigenen politischen Grundwerten», erzählt der damals 19-Jährige. Noch im selben Jahr tritt er den Jungfreisinnigen bei.

Ab nach Aarau

Kaum 12 Monate später ist er Präsident der FDP im Bezirk Kulm. Dass er drei Jahre später ins Aargauer Parlament gewählt wird, wollte der bescheidene Newcomer noch bis am Samstag vor den Wahlen nicht recht glauben. «Am Vorabend fante ich noch für den FC Aarau in Chiasso und bejubelte mit meinen Freunden den 1:0-Sieg der Aarauer.»

Jüngster Grossrat ist 22-jährig

Jüngster Grossrat ist 22-jährig

Am Sonntag wartete der Jüngstpolitiker die ersten Wahlergebnisse ab. Als er um 14 Uhr sah, es könnte reichen, «ging's ab nach Aarau.» Zwei Stunden später erscheint «Adrian Meier» für den zweiten Sitz im Bezirk Kulm auf der Grossleinwand. Jetzt bejubeln seine Freunde und seine Familie seinen Sieg. «Auf meinem Handy und via Facebook hat es nur noch gchlöpft und tätscht vor lauter Gratulationen», erzählt Meier gerührt.

Dass Adrian nun Grossrat ist, verdankt er nicht zuletzt seinen Freunden und seinem Bruder, der mit ihm unzählige Plakate aufgehängt und Flyer verteilt hat. «Mein Bruder und ich haben hart gearbeitet und meine Freunde unterstützten mich, obwohl viele von ihnen politisch kaum aktiv sind.»

Wie man die Jungen mobilisiert

Dass sich heute viele junge Leute wenig für Politik interessieren, geschweige denn an Wahlen oder Abstimmungen teilnehmen, kan Adrian gut verstehen. «Der Bund aber auch unsere Aargauer Verwaltung hat, was Multi- und Social Media-Zeitalter betrifft, den Zug verpasst.» Ginge es nach Adrian Meier, wären Onlineabstimmungen längstmöglich und hätte Bundesbern eine eigene Facebook-Page. «Dort kann man die Jungen abholen, aber sicher nicht mit biederen Abstimmungsbüchlein!»

Es sind denn auch die Jungen, die der gebürtige Menziker mit ausgewogenem Regionalverkehr und attraktiven Jobs in den Aargauer Randregionen halten will. «Die Stärkung der Randregionen wie das Wynental oder das Zurzibiet wird eines meiner ersten Anliegen sein, die ich im Grossen Rat vorbringe.»

Dafür müsse er aber noch einwenig üben, gibt er zu. «Wenn ich vor vielen Leuten ein Referat halten muss, bin ich immer noch sehr nervös und wechsle von einem aufs andere Bein.» An Vorlagen dürfte es dem Grossrat kaum fehlen, gehören doch Barack Obama, John F. Kennedy und Willi Brandt zu seinen Vorbildern.

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