Grossratswahlen

Endlager: Nicht die Partei sondern der Bezirk beeinflusst die Meinungen

Sollen atomare Abfälle im Aargau endgelagert werden?

Sollen atomare Abfälle im Aargau endgelagert werden?

Mit 56 Prozent würden die Grossratskandidaten einem Tiefenlager im Aargau zustimmen. Ob dafür oder dagegen kommt nicht auf die rechte oder linke Ausrichtung der Partei an, sondern eher in welchem Bezirk man lebt.

Weiterhin sucht die Nagra nach Plätzen für die Endlagerung des Atommülls. Im Aargau bestehen Optionen für Standorte. Eine knappe Mehrheit der Grossratskandidaten würde einem Tiefenlager im Aargau zustimmen. Insgesamt 56 Prozent der 833 Kandidaten, die sich mit dieser Frage auseinandergesetzt haben, sagen bei der «smartvote»-Umfrage «Ja».

Die SVP befürwortet das Tiefenlager mit 79 Prozent am stärksten. Die EVP folgt mit 71 Prozent Stimmen. «Solange die Schweiz Atomabfall produziert, soll sie diesen auch lagern. Dabei sollen weite Wege vermieden werden», meint Helen Suter-Schmid, der EVP Baden.

GLP, CVP, BDP und FDP befinden sich alle im Rahmen von 55-65 Prozent Ja-Stimmen.

Dagegen wehren sich die EDU mit einer 100-prozentigen Ablehnung. Mit 78 Prozent Nein-Stimmen lehnt die SP ab und die Grünen mit 63 Prozent.

Unterschied liegt bei den Bezirken

Die Meinungen der SVP und der SP driften zwar beim Thema Tiefenlager im Aargau stark auseinander, die Unterschiede der Meinungen liegen aber nicht unbedingt bei der Parteizugehörigkeit. Es kommt vielmehr darauf an in welchem Bezirk die Grossratskandidierenden leben. Einige Bezirke sind stärker für ein Endlager und andere stärker dagegen. Diese Tendenz zieht sich dann durch alle Parteien des Bezirks.

Auch wenn die SVP im Gesamten am stärksten einem Tiefenlager zustimmt, wird es in der SVP Laufenburg mit 57 Prozent abgelehnt. «Es reicht, dass wir drei Kernkraftwerke haben», schreibt Oliver Strebel der SVP Laufenburg. Bis auf die EVP, die BDP und die FDP lehnen alle Parteien im Bezirk Laufenburg ein Endlager-Standort im Aargau ab.

Laufenburg hatte sich schon bei dem Vorschlag der Nagra, dass der Bözberg eine mögliche Stelle für ein Tiefenlager sei, strickt dagegen gewehrt. Bei der «smartvote»-Umfrage haben sich nun die Kandidaten aus dem Bezirk Laufenburg mit insgesamt 63 Prozent Stimmen gegen ein Tiefenlager im Aargau gestellt.

Im Gegensatz zu Laufenburg steht der Bezirk Bremgarten. Die Parteien stimmen mit 64 Prozent für ein Endlager im Aargau. Bis auf die SP würden alle anderen Parteien ein Tiefenlager akzeptieren. «Sicherheit hat oberste Priorität bei der Endlagerung», schreibt Jan Luca Severa aus der FDP Bremgarten. Ergeben die Forschungen, dass der sicherste Standort im Aargau sei, müsse man dies akzeptieren.

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